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Es ist wie immer: Wenn mehr Geld in die Kasse kommt als erwartet, sprudeln die Ideen, was man damit machen könnte. Die richtige Antwort ist ganz einfach: Im Wesentlichen gar nichts. Denn die Konsolidierung der Haushalte muss weiterhin Vorrang haben. Bis 2016 wird die Schuldenbremse den finanziellen Spielraum des Bundes jedes Jahr um rund 7 Milliarden Euro begrenzen.

Hauptgrund für den starken Anstieg des Steueraufkommens ist die sprudelnde Lohnsteuer. Von Januar bis Mai 2011 lag ihr Aufkommen umfast 10Prozent über dem Vorjahresniveau. Für eine große Einkommenssteuerreform – dazu gehört die Abflachung des Mittelstandbauches – reichen die Mehreinnahmen aber nicht aus. Denn damit wären jährliche Aufkommenseinbußen in zweistelliger Milliardenhöhe verbunden. Zudem muss der Staat einkalkulieren, dass sich die derzeit exzellente konjunkturelle Situation abschwächen kann.

Der Staat könnte aber zumindest eine kleine Reform wagen. Wenn er durch eine Indexierung des Tarifs die kalte Progression abschafft, sorgt er dafür, dass die künftigen Lohnerhöhungen auch tatsächlich bei den Arbeitnehmern ankommen. Bei der aktuellen Inflationsrate kostet das den Staat ab 2012 rund 3 bis 3 ½ Milliarden Euro Steueraufkommen. Wenn man den Tarif darüber hinaus auch in den kommenden 3 bis 4 Jahren an die Inflation anpasst, werden die Lohnsteuerzahler am Ende jährlich um rund 10 Milliarden Euro entlastet. Das ist auch viel Geld, scheint aber noch vertretbar.

Steuerquote - Bund und Länder liegen gleichauf
IW-Kurzbericht, 22. Mai 2017

Tobias Hentze Steuerquote: Bund und Länder liegen gleichaufArrow

Der Staat beansprucht einen stetig wachsenden Anteil der Wirtschaftskraft für sich. Während der Anteil der Steuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt nach der Kassenstatistik im Jahr 2016 bei 22,5 Prozent lag, waren es 2004 noch 3 Prozentpunkte weniger. Dabei steigt vor allem die Steuerquote der Bundesländer. mehr

16. Mai 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Die sechs wichtigsten Fragen zur Steuerlast der BundesbürgerArrow

Eine gute Nachricht: Die Grundidee des deutschen Steuersystems funktioniert – wer viel verdient, zahlt auch entsprechend mehr Steuern. Eine schlechte Nachricht: Den sogenannten Spitzensteuersatz zahlen auch Menschen, die zwar gut verdienen, aber alles andere als Spitzenverdiener sind. Ein kinderloser Single zum Beispiel muss bereits ab einem Jahresbruttoeinkommen von etwa 65.000 Euro den Einkommenssteuerhöchstsatz von 42 Prozent berappen. mehr auf iwd.de

Steuerschätzung – Die Steuerquote steigt und steigt
IW-Nachricht, 11. Mai 2017

Tobias Hentze / Martin Beznoska Steuerquote: Der Staat nimmt sich immer mehrArrow

Mit jeder neuen Steuerschätzung verkündet der Bundesfinanzminister neue Rekordprognosen. Neben der gut laufenden Wirtschaft ist die gestiegene Steuerbelastung der Bürger und Unternehmen dafür verantwortlich. Der Anteil der Steuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt, die sogenannte Steuerquote, liegt inzwischen bei 22,7 Prozent. Die Zeit ist reif für eine durchgreifende Entlastung. mehr