Steigende Zuwanderung Image
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Große Zuwanderungsströme helfen, den demografischen Wandel abzufedern. Durch die steigende Zuwanderung konnte im vergangenen Jahr das Geburtendefizit von rund 200.000 ausgeglichen werden. Auch wirkt die Zuwanderung Fachkräfteengpässen entgegen und verringert Finanzierungslücken im Sozial- und Rentenversicherungssystem.

Hierfür ist allerdings entscheidend, dass die Zuwanderer gut in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden, sodass sie ihre Qualifikationen und Fähigkeiten optimal einsetzen können. Ein zentraler Punkt ist der Spracherwerb: Den Zuwanderern stehen zwar in der Regel genügend Anfängersprachkurse zur Verfügung, Deutschkurse auf fortgeschrittenem Niveau werden jedoch zu selten angeboten. Auch der Umgang mit im Ausland erworbenen Qualifikationen ist von Bedeutung. Zwar haben Zuwanderer seit dem Jahr 2012 das Recht auf Prüfung und Anerkennung ihrer ausländischen Abschlüsse, doch gibt es für Personen, bei denen keine vollständige Gleichwertigkeit des Abschlusses festgestellt wird, nicht immer passende (Nach-) Qualifizierungsangebote.

Auch mit Blick auf die künftige Entwicklung der Zuwanderung ist die Integration entscheidend. Gelingt es Fachkräften aus dem Ausland, sich am deutschen Arbeitsmarkt zu etablieren, ist eine Rückwanderung weniger wahrscheinlich, obwohl zunächst viele, die nach Deutschland kommen, wieder in ihre Heimatländer zurückkehren wollen. Ein Großteil der Zuwanderer kommt wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise in Südeuropa, der neu gewonnenen Freizügigkeit für Rumänen und Bulgaren und dem Syrienkonflikt nach Deutschland. Allein Personen aus Rumänien machten mit 48.000 über ein Fünftel der Zuwanderung im ersten Halbjahr 2014 aus; aus Syrien kamen 21.000.

Um auch in Zukunft genügend Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen, muss Deutschland verstärkt auf Personen aus demografiestarken Drittstaaten setzen. Hierfür ist nicht nur eine gelungene Integrationspolitik notwendig. Auch sollten das deutsche Aufenthaltsrecht zu einem modernen Einwanderungsrecht weiterentwickelt und erfolgreiche Informationsangebote für Personen aus dem Ausland gestärkt werden – etwa die Online-Plattform Make-it-in-Germany. Insgesamt ist es wichtig, dass Deutschland sich selbst als Einwanderungsland sieht und eine Willkommenskultur lebt.

Ansprechpartner

21. März 2017

Jugendliche mit Behinderung Kein Handicap für die AusbildungArrow

Viele junge Leute mit Handicap absolvieren ihre Ausbildung in einem Berufsbildungswerk oder einer anderen geförderten Einrichtung. Dabei stehen viele Unternehmen einer betrieblichen Ausbildung von Menschen mit Behinderung durchaus offen gegenüber. Doch oft mangelt es schlicht an Kontakten. mehr auf iwd.de

Be careful with benchmarking in pension policy
IW-Nachricht, 17. März 2017

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The Eurogroup will look into the possibility of introducing benchmarking in pension policy. Most European pension systems face a similar demographic challenge. Yet, they differ in many aspects. If this is not taken into account, a benchmarking process is likely to fail its purpose. mehr

Beschäftigung und Qualifizierung von Flüchtlingen
IW-Trends, 17. März 2017

Regina Flake / Svenja Jambo / Sarah Pierenkemper / Paula Risius / Dirk Werner Beschäftigung und Qualifizierung von Flüchtlingen in UnternehmenArrow

Inzwischen hat fast jedes sechste Unternehmen Erfahrung mit der Integration von Geflüchteten gemacht. Mehr Informationen über Informations- und Unterstützungsangebote und ihren Nutzwert könnten auch Unternehmen ohne Erfahrung dazu motivieren, zukünftig Flüchtlinge zu beschäftigen. mehr