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Sigmar Gabriel Quelle: hjnoss / Flickr

Das hat auch die SPD erkannt und möchte deshalb bei Verlustunternehmen keine Steuer erheben. Bei allen anderen wird die Steuer auf 30 Prozent des Gewinns beschränkt. Das aber kann die Steuerlast glatt verdoppeln. Die SPD möchte, so ist es in ihrem jüngsten Papier zu lesen, die Vermögenssteuer auf maximal 30 Prozent des Gewinns eines Unternehmens begrenzen. Damit will sie vermeiden, dass in Verlustjahren die Substanz besteuert wird. Angenommen die Vermögenssteuer macht 0,5 Prozent des Kapitals aus. Eine ertragsschwache Firma, die über ein steuerpflichtiges Betriebsvermögen von 100.000 Euro verfügt, müsste damit 5.000 Euro ans Finanzamt abführen. Hat sie hat aber nur einen Minigewinn von 1.000 Euro erzielt, müsste sie 4.000 Euro aus der Substanz nehmen, um die Vermögenssteuer zu begleichen. Durch die Deckelung bei 30 Prozent sind aber höchstens 300 Euro Vermögenssteuer zu entrichten. Auf diese Weise wird zumindest das Grundkapital nicht geschmälert.

Eine GmbH oder AG muss jedoch den Gewinn auch versteuern. Bei einem Gewerbesteuerhebesatz von 400 Prozent zahlt sie darauf 30 Prozent Gewerbe- und Körperschaftssteuer. Das sind in dem oben angeführten Fall weitere 300 Euro. Für ertragsschwache Unternehmen bedeuten die SPD Pläne folglich eine glatte Verdoppelung der Steuerlast. Werden diese Pläne Realität dürfte es künftig wesentlich länger dauern, bis solche Unternehmen wieder gesund sind.

Öffentliche Verschuldung
IW-Nachricht, 28. März 2017

Öffentliche Verschuldung Rekordeinnahmen versandenArrow

Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen nahmen 2016 rund 24 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben – ein neuer Rekord. Trotzdem bleibt der öffentliche Schuldenstand nahezu unverändert hoch. Die Politik sollte die derzeitigen Überschüsse nutzen, um für langfristige Herausforderungen gewappnet zu sein – etwa durch einen Demografie-Fonds. mehr

IW-Kurzbericht, 8. März 2017

Wido Geis Töchter arbeiten weniger im Haushalt mitArrow

Mädchen im Teenageralter verbringen heute weniger Zeit mit Hausarbeit als noch vor zehn Jahren. Lag der Anteil der 15- bis 17-Jährigen, die im Schnitt über 45 Minuten am Tag mithelfen, zu Beginn des neuen Jahrtausends bei 68,2 Prozent, so sind es heute nur noch 45,7 Prozent. Damit haben die geschlechterspezifischen Rollenunterschiede der Kinder in der Familie deutlich abgenommen. mehr

Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-Industrie
Gutachten, 9. Februar 2017

Holger Schäfer Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-IndustrieArrow

Das Familiengeld soll Eltern finanziell belohnen, die sich die Erwerbsarbeit in einem Korridor von 28 bis 36 Stunden gleichmäßig aufteilen. Eine Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Verbandes Gesamtmetall gemacht hat, zeigt, dass diese Leistung den Fachkräfteengpass in der Metall- und Elektro-Industrie verstärkt. mehr