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Die Energiewende soll die Stromversorgung langfristig auf regenerative Quellen umstellen und die Treibhausgasemissionen reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, fördert der deutsche Staat bereits seit mehr als 20 Jahren die erneuerbaren Energien – zunächst mit dem Stromeinspeisegesetz und seit mehr als 10 Jahren auch mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Das EEG nutzt vor allem der Solarindustrie – und zwar deutlich stärker als geplant. So sind von 2010 bis 2012 jährlich rund 7.500 Megawatt Solarstromkapazität ans Netz gegangen. Die Bundesregierung hatte sich zunächst nur etwas weniger als 2.000 Megawatt zum Ziel gesetzt und erst im vergangenen Jahr das Ziel auf 3.500 Megawatt erhöht.

Die Solarzellen auf deutschen Dächern und Feldern sind zum großen Teil Importe aus China. Damit profitieren die chinesischen Hersteller von der EEG-Förderung, die deutsche Verbraucher über ihre Stromrechnung bezahlen. Deutsche Solarunternehmen werfen ihren chinesischen Wettbewerbern Dumping vor und fordern Gegenmaßnahmen der Europäischen Union. Vorbild sind die USA, die ihren Markt bereits abschotten. Auch die Europäische Kommission hat sich nun entschlossen, Strafzölle gegen die chinesische Solarindustrie zu verhängen.

Zölle können vielleicht einzelne Unternehmen vor der ausländischen Konkurrenz schützen. Die Energiewende kommt damit aber nicht voran – im Gegenteil, denn Solarzellen werden dadurch teurer. Statt auf staatlichen Beistand zu setzen, sollten die Solarfirmen vielmehr Innovationen vorantreiben, denn eine bezahlbare Energiewende braucht vor allem neue technische Lösungen. Zudem sind Innovationen das beste Mittel gegen preiswertere Konkurrenz.

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20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

IWF-Kritik: Suche nach einer Geschichte
Gastbeitrag, 19. Juni 2017

Michael Hüther im Wirtschaftsdienst IWF-Kritik: Suche nach einer GeschichteArrow

Folgt man der Berichterstattung, dann muss man den Eindruck gewinnen, der Internationale Währungsfonds (IWF) habe sich in seinem Deutschland-Bericht (Artikel IV Konsultationen) vom Mai 2017 ausschließlich mit dem Leistungsbilanzüberschuss beschäftigt, um daraus die Empfehlung höherer staatlicher Kreditaufnahme abzuleiten. mehr

19. Juni 2017

Sandra Parthie / Thilo Schaefer Auf dem Weg in die EnergieunionArrow

Die EU-Kommission will den europäischen Energiebinnenmarkt voranbringen und hat deshalb ein neues Konzept für den Strommarkt vorgeschlagen. Dazu sollen unter anderem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus- und Staatseingriffe abgebaut werden. Um die Investitionen in weitere Netze und Erzeugungskapazitäten anzuregen, ist zudem ein neuer Zuschnitt der sogenannten Strompreiszonen in der Diskussion – ein Plan, der in Deutschland auf Widerspruch stößt. mehr auf iwd.de