618 Kilogramm Müll produziert jeder Bundesbürger im Jahr. In Europa werfen nur die Dänen noch mehr weg. Seit 2005 ist das durchschnittliche Müllaufkommen in Europa um 8 Prozent gesunken, in Deutschland jedoch um 9 Prozent gestiegen.

Hierzulande werden aber immerhin 64 Prozent des Mülls recycelt, im EU-Durchschnitt sind es nur knapp 44 Prozent. Damit ist Deutschland Spitzenreiter beim Recycling von Siedlungsabfällen. Zudem werden in der Bundesrepublik nur 224 Kilogramm Siedlungsabfall verbrannt oder deponiert, einer der niedrigsten Werte in Europa. Im EU-Durchschnitt sind es noch 268 Kilogramm.

Doch die EU-Kommission setzt sich beim Recycling noch höhere Ziele: Bis 2030 sollen fast alle EU-Länder 65 Prozent ihres Siedlungs- und 75 Prozent ihres Verpackungsabfalls recyceln. Nur noch maximal 10 Prozent aller Abfälle sollen deponieren werden.

Zudem sollen künftig nur noch solche Abfälle als recycelt angesehen werden, die auch tatsächlich wiederverwertet werden. Dadurch dürfte die deutsche Recyclingquote auf 40 bis 50 Prozent fallen, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft. Um die geplante 65-Prozent-Marke der EU-Kommission zu erfüllen, muss die deutsche Quote bis 2030 also jährlich um 0,9 bis 1,6 Prozentpunkte steigen, zeigen IW-Berechnungen. In den vergangenen zehn Jahren schaffte die Bundesrepublik allerdings nach bisheriger Definition nur einen Anstieg von 0,3 Prozentpunkten pro Jahr.

Noch aber ist nicht ausgemacht, ob die Recyclingquote tatsächlich neu definiert wird. Darüber wird aktuell in Brüssel noch verhandelt.

Viel Müll, aber auch viel Recycling in Deutschland

Jede Farbabstufung repräsentiert vier Länder, die Spannweite der Werte variiert also von Farbe zu Farbe; die Karte können Sie kostenlos auf Ihrer Webseite einbetten. Schreiben Sie onlineredaktion@iwkoeln.de; Quelle: Eurostat, eigene Berechnungen

Recycling-Europameister Deutschland

Anteil des Siedlungsabfalls 2014 in Prozent

Irland, Griechenland: 2013; die Grafik können Sie kostenlos auf Ihrer Webseite einbetten. Schreiben Sie onlineredaktion@iwkoeln.de; Quelle: Eurostat, eigene Berechnungen