Die Sharing Economy ist längst im europäischen Alltag angekommen. Auch Privatpersonen können Taxifahrten anbieten, Touristen finden Unterkunft in normalen Wohnungen statt Hotels. Das bringt zahlreiche Vorteile für die Nutzer solcher Plattformen: Es entsteht ein breites Angebot, das eine breite Nachfrage nach sich zieht und umgekehrt.

Unklar ist, welche Regeln für die Sharing Economy gelten, ob sie Lizenzverfahren unterliegen sollte, wer welche Steuern zahlt, wie der Verbraucherschutz aussieht oder auch wie Arbeitsverhältnisse definiert sind. Bisher gibt es in den einzelnen EU-Ländern unterschiedliche Regeln. Das bedeutet für Plattformen, Anbieter, aber auch Nutzer Rechtsunsicherheit, erschwert das Wachstum von Sharing-Unternehmen über mehrere Länder hinweg und beschränkt die Verfügbarkeit digitaler Dienstleistungen.

Diese Unklarheiten will die EU-Kommission nun mit einheitlichen Leitlinien für die Anwendung von EU-Recht auf Sharing-Plattformen beantworten. Zukünftig soll klar zwischen vermittelnden Plattformen und solchen, die selbst Produkte und Dienstleistungen anbieten, unterschieden werden. Lizenzierungen sollen nur fällig werden, sofern sie unbedingt nötig sind. Diese gemäßigte Regulierung ist zu begrüßen, weil sie dem Geschäftsmodell der Plattformen gerecht wird.

Die Initiative der EU ist generell wichtig und richtig: Die starke Fragmentierung des großen europäischen Binnenmarktes behindert Online-Unternehmen schon lange. Das Problem der vorgeschlagenen Richtlinien ist jedoch, dass sie oft nebulös bleiben und den Staaten zu viel Raum zur Interpretation lassen. Hier muss die Kommission noch nachbessern, sonst könnte die geplante, gut gemeinte Vereinheitlichung ein digitaler Traum bleiben.

Ansprechpartner

14. Juni 2017

Christian Rusche Produktionstechnik: Die Welt druckt 3-D Arrow

Ob Flugzeugturbinen, Schuhe, Prothesen oder Fruchtgummi: Die Einsatzmöglichkeiten für 3-D-Drucker kennen kaum noch Grenzen. Auch wirtschaftlich ist der Markt eine einzige Erfolgsstory. Deutsche Firmen stehen den neuen Produktionsmöglichkeiten besonders offen gegenüber. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 13. Juni 2017

Sarah Berger / Oliver Koppel / Enno Röben Deutschlands Hochburgen der Digitalisierung Arrow

Eine Big-Data-Analyse von Patentanmeldungen zeigt die Entstehungsorte deutscher Digitalisierungstechnologie. Leistungsstarke Cluster sind die süddeutschen Großstädte. Allein München bringt hierzulande jedes vierte Digitalisierungspatent hervor, mehr als jeder dritte Landkreis hingegen kein einziges. Nachholbedarf besteht noch in Ostdeutschland sowie im Nordwesten. mehr

Veranstaltung
Veranstaltung, 13. Juni 2017

Symposium Digital Transformation and Globalization in Germany and JapanArrow

This symposium Symposium of Japanese-German Center Berlin, Fujitsu Research Institute and Cologne Institute for Economic Research has brought together experts and affected companies from Germany and Japan to discuss their views on and strategies for digital transformation to gain productivity and overcome market obstacles across Europe and Asia. mehr