Schweizer Volksentscheid Image
Quelle: HappyAlex – Fotolia.de

Knapp zwei Drittel der Eidgenossen haben sich am Wochenende für die Vielfalt privater Krankenversicherungen ausgesprochen und gegen eine Einheitskasse. Mit dem Volksentscheid standen aber keineswegs Finanzierungsalternativen zur Wahl, die hierzulande beispielsweise mit den Begriffen „Bürgerversicherung“ oder „Gesundheitsprämie“ verbunden werden: Die Versicherten in Basel oder Zürich zahlen schon heute eine Prämie unabhängig von ihrem Einkommen. Wer damit überfordert wird, erhält eine Unterstützung, die je nach Kanton unterschiedlich hoch ausfallen kann.

Die Schweizer haben per Volksentscheid lediglich darüber abgestimmt, ob sie zwischen verschiedenen Anbietern der Grundversicherung wählen können oder ob dafür künftig eine Einheitskasse zuständig sein soll. Der Begriff „privat“ bezieht sich dabei auf die Rechtsform und nicht wie hierzulande auf die kapitalgedeckte Alternative zum Umlageverfahren.

Dass die Idee einer Einheitskasse krachend gescheitert ist, mag all jene beruhigen, die aus gutem Grund vermuten, dass erst die Vielfalt zu Wettbewerb und Effizienz führt. Gleichwohl bleibt den Schweizern mit ihrer Entscheidung ein Problem erhalten: die bisweilen extrem kleinteilige Struktur ihres Versicherungsmarktes. Denn im Jahr 2012 hatten von den damals 69 Versicherern – heute sind es noch 61 – gerade einmal 18 Gesellschaften mindestens 100.000 Personen unter ihren Fittichen. Für all die kleineren Wettbewerber wird es aber immer schwieriger, die hohen Behandlungskosten im Kollektiv zu schultern. Die daraus resultierenden Prämiensteigerungen ließen sich nur vermeiden, wenn die Eidgenossen etwas von ihrer Vielfalt aufgeben. Darüber können sie aber – auch nach dem Votum vom Wochenende – immer noch als freie Konsumenten auf dem Versicherungsmarkt entscheiden: Indem sie zu einer günstigeren Krankenkasse wechseln und so dazu beitragen, dass sich der Anbietermarkt gesundschrumpft.

Ansprechpartner

24. März 2017

Interview „Der Braindrain ist das größte Problem“Arrow

Am Sonntag wählt Bulgarien, das ärmste EU-Mitgliedsland, ein neues Parlament. Galina Kolev, IW-Expertin im Kompetenzfeld Internationale Wirtschaftsordnung und Konjunktur, wurde in der bulgarischen Hauptstadt Sofia geboren. Mit dem iwd sprach Sie über die Probleme und Chancen ihres Heimatlands. mehr auf iwd.de

24. Februar 2017

Niederlande „Die Niederländer verdanken ihren Wohlstand auch dem freien Handel“Arrow

Seit jeher unterhalten die Niederlande enge wirtschaftliche Beziehungen zu Deutschland. Die anstehenden Parlamentswahlen werden daran wohl nichts ändern, auch wenn einige niederländische Parteien die EU kritisch sehen, wie Kees van Paridon betont, Professor of Economics an der Erasmus-Universität Rotterdam und derzeit Gastprofessor am Zentrum für Niederlande-Studien an der Universität Münster. mehr auf iwd.de

23. Februar 2017

Niederlande Populisten punkten mit der GesundheitArrow

Am 15. März wählen Deutschlands Nachbarn ein neues Parlament. Eigentlich hätten die Niederländer allen Grund, die amtierende Regierung zu bestätigen – schließlich ist die wirtschaftliche Lage gut. Doch die Wähler treibt ein anderes Thema um. mehr auf iwd.de