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Bereits 2003 hatte jene Forschergruppe, die den ersten Bildungsbericht für Deutschland erstellte, das Hauptproblem der deutschen Schulabschlüsse benannt: Die Forscher hatten herausgefunden, dass sich hinter gleichen Noten gleicher Bildungsgänge unterschiedliche Leistungen verbergen.

Das Problem bestätigte auch der Test, den das ländereigene Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen 2009 in den Fächern Deutsch und Englisch stellte: Damals erzielten die Gymnasiasten der 9. Jahrgangsstufe in Bayern mit 589 Punkten (Deutsch) und 610 Punkten (Englisch) die bundesweit höchsten Mittelwerte. Die gleichaltrigen Gymnasiasten in Bremen schafften lediglich 553 bzw. 569 Punkte. Das entspricht in etwa dem Leistungsrückstand von einem Schuljahr. Geht man davon aus, dass dieser Abstand bis zum Abitur bestehen bleibt, zeigt eine Auswertung der durchschnittlichen Abiturnoten des Jahres 2005 durch die Kultusministerkonferenz (KMK), dass der Leistungsabstand in den Noten nicht sichtbar ist: Die bayerischen Abiturienten erzielten eine Durchschnittsnote von 2,43, die Bremer von 2,51.

Der jüngste KMK-Beschluss ist also überfällig. Die Reform fördert die Chancengerechtigkeit bei der Aufnahme eines Hochschulstudiums durch die bessere Vergleichbarkeit der Abiturzeugnisse. Zum anderen verbessert er die Aussagefähigkeit der Hochschulreife auf dem Arbeitsmarkt – Bildungsökonomen sprechen vom Signalcharakter eines Zeugnisses.

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IW-Kurzbericht, 29. September 2017

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