Die meisten Rohstoffe lagern in ausreichender Menge in der Erdkruste. Wenn die Versorgung etwa mit Metallen und Mineralien stockt, sind die Ursachen meist politischer Natur. Staaten wie China und Russland haben in den vergangenen Jahren immer mehr Handelsschranken errichtet. Die rohstoffexportierenden Länder erheben Zölle auf Ausfuhren, begrenzen die Liefermenge, verlangen von ausländischen Abnehmern höhere Preise als von inländischen und weigern sich, den Industriefirmen die im Exportland gezahlte Mehrwertsteuer zu erstatten. Die Liste der Barrieren ließe sich fortsetzen.

Um den schwierigen Handel zu umgehen, würden viele Industrieunternehmen die Rohstoffe wohl lieber gleich selbst abbauen. Doch auch dies ist in vielen Rohstoffländern nicht möglich, etwa weil Investoren damit rechnen müssen, verstaatlicht zu werden. Vielfach dominieren wenige Unternehmen den Rohstoffmarkt, was die Versorgungssicherheit verschlechtert und dazu führt, dass die Preise höher sind als sie unter Wettbewerbsbedingungen wären.

Die Unternehmen in den Empfängerländern sind der Marktmacht der Konzerne aber nicht hilflos ausgeliefert. Um die Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu verringern, versuchen die Firmen, möglichst sparsam mit den Materialien umzugehen und die eingesetzten Rohstoffe wiederzuverwerten. Zudem lassen sich in bestimmten Anwendungen kritische durch sichere Rohstoffe ersetzen. Doch der Werkzeugkasten der Unternehmen stößt an Grenzen. Wenn es darum geht, freie Märkte zu schaffen, sind die Staaten in der Pflicht. Insbesondere die Europäische Union ist gefordert, auf internationaler Ebene dafür sorgen, dass der Freihandel wieder stärker zur Geltung kommt.