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Mit dieser Aktion zeigt die Europäische Union Solidarität. Diese Solidarität ist aber nicht bedingungslos, sondern an harte Reformauflagen geknüpft. So müssen die Löhne gesenkt und die Renten gekürzt werden. Außerdem sollen das marode Steuersystem und der überbesetzte und inkompetente Verwaltungsapparat reformiert werden. Das könnte auch ein wirksamer Schritt sein, um die im Land verbreitete Korruption zumindest zu verringern. Diese lähmt die Wirtschaft und schreckt ausländische Investoren ab.

Die griechische Regierung muss sich nun darauf konzentrieren, ausländische Firmen anzulocken. Griechenland muss als Investitionsstandort attraktiv werden, durch steuerliche Vergünstigungen und eine verschlankte Bürokratie.

Ob die griechische Regierung alle ihre Vorhaben umsetzen kann, steht in den Sternen. Der Unmut in der Bevölkerung wächst. Soziale Spannungen nehmen zu. Diese werden die nächsten Wahlen entscheidend beeinflussen. Und der Wahlausgang entscheidet darüber, ob Griechenland den geforderten Konsolidierungsweg tatsächlich gehen wird. Einige besonders radikale Parteien haben bereits im Falle einer Regierungsbeteiligung ihr Nein zum Reformpaket bekundet. Zudem ist es mehr als fraglich, ob Griechenland schon im Jahr 2014 in der Lage sein wird, sich am internationalen Kapitalmarkt frische Kredite zu besorgen, besonders so kurz nach einem wenig vertrauensbildenden Schuldenschnitt.

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22. November 2017

Adriana Neligan Das Plastik-ProblemArrow

Um der Berge an Plastikmüll Herr zu werden, will die EU im Dezember eine Kunststoffstrategie veröffentlichen. Viel zu tun gibt es allemal. mehr auf iwd.de

21. November 2017

Sandra Parthie Binnenmarkt: Vier Freiheiten und viele FragezeichenArrow

Seit 25 Jahren gibt es den Europäischen Binnenmarkt mit seinen „vier Freiheiten“ – dem freien Warenverkehr, der Personenfreizügigkeit, der Dienstleistungsfreiheit und dem freien Kapital- und Zahlungsverkehr. Mit 500 Millionen Einwohnern ist der EU-Binnenmarkt der größte gemeinsame Markt der Welt. mehr auf iwd.de

20. November 2017

Interview mit Michael Sket „Wir können uns in der Eurozone noch nicht zurücklehnen“Arrow

Als es galt, die europäischen Krisenstaaten vor der Pleite und die Währungsunion vor dem Zerfall zu bewahren, stabilisierte Michael Sket, inzwischen Wirtschaftsanalyst für Italien, Malta und Polen bei der EU-Kommission, zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen den Staatenverbund mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Im iwd-Interview spricht Sket über Griechenland, das Verhältnis der Deutschen zu den Italienern und die Rolle des Internationalen Währungsfonds. mehr auf iwd.de