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Im Zuge von Schuldenkrise und Eurorettung macht der Ruf nach einer stärkeren Koordinierung der Sozialpolitik die Runde. In Brüssel wird laut darüber nachgedacht, die Regelaltersgrenze für die gesetzliche Rente europaweit zu vereinheitlichen. Die Idee: Die Staatshaushalte lassen sich kaum sanieren, ohne die Rentenkassen auf Vordermann zu bringen. Eine einheitliche und vor allem höhere Altersgrenze wäre vielleicht ein probates Mittel.

Doch nicht umsonst liegt die Sozialpolitik noch immer in nationaler statt europäischer Hand. Denn die Probleme sind in den Mitgliedstaaten der EU unterschiedlich gelagert. So werden zwar auch die Franzosen immer älter, sie bekommen aber deutlich mehr Kinder als deutsche Eltern. Zwischen Elsass und Bretagne drückt der Schuh deshalb auch beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Gleichwohl wechselt man im Nachbarland gut zwei Jahr früher in den Ruhestand als hierzulande.

In Italien vollzieht sich der demografische Wandel dagegen ähnlich dramatisch wie in Deutschland. Da aber ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Erwerbsleben südlich der Alpen zu höheren finanziellen Einbußen führt, ist das italienische Rentensystem in Sachen Tragfähigkeit deutlich besser aufgestellt als das deutsche.

Im Übrigen hat Deutschland schon den Übergang zur Rente mit 67 beschlossen, in vielen anderen Mitgliedstaaten ist dagegen schon mit höchstens 65 Jahren Schluss. Sollte eine einheitliche Regelaltersgrenze dahinter zurückfallen, wäre das fatal für die nachhaltige Sicherung der gesetzlichen Renten.

IW-Report, 15. August 2017

Susanna Kochskämper Auswirkung einer längeren Lebensarbeitszeit auf die RentenversicherungArrow

Muss eine zunehmende Zahl von Rentnern von tendenziell weniger Beschäftigten finanziert werden, steigt die durchschnittliche Belastung für den einzelnen Arbeitnehmer. Der IW-Report zeigt, wie sich eine höhere Regelaltersgrenze auf die Finanzierung der Rentenversicherung auswirken kann. mehr

Gastbeitrag, 11. August 2017

Michael Hüther im Handelsblatt Problem AlterArrow

Die kommende Legislaturperiode wird die letzte sein, in der Deutschland in demografischer Hinsicht gut dasteht. Denn die Generation der Babyboomer ist dann überwiegend noch erwerbstätig. Danach werden die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach in Rente gehen. In einem Gastkommentar im Handelsblatt fordert IW-Direktor Michael Hüther die generelle Erhöhung des Renteneintrittsalters. mehr

A new chance for private pension saving?
IW-Kurzbericht, 7. August 2017

Markus Demary / Susanna Kochskämper A new chance for private pension saving? Arrow

The European Commission aims at strengthening the cross-border provision of pension products by the introduction of Pan-European Personal Pensions (PEPP) as a new regime on top of existing national frameworks. However, a pre-requisite for the success of PEPP will be the support of the national legislators for this framework. mehr