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Im Zuge von Schuldenkrise und Eurorettung macht der Ruf nach einer stärkeren Koordinierung der Sozialpolitik die Runde. In Brüssel wird laut darüber nachgedacht, die Regelaltersgrenze für die gesetzliche Rente europaweit zu vereinheitlichen. Die Idee: Die Staatshaushalte lassen sich kaum sanieren, ohne die Rentenkassen auf Vordermann zu bringen. Eine einheitliche und vor allem höhere Altersgrenze wäre vielleicht ein probates Mittel.

Doch nicht umsonst liegt die Sozialpolitik noch immer in nationaler statt europäischer Hand. Denn die Probleme sind in den Mitgliedstaaten der EU unterschiedlich gelagert. So werden zwar auch die Franzosen immer älter, sie bekommen aber deutlich mehr Kinder als deutsche Eltern. Zwischen Elsass und Bretagne drückt der Schuh deshalb auch beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Gleichwohl wechselt man im Nachbarland gut zwei Jahr früher in den Ruhestand als hierzulande.

In Italien vollzieht sich der demografische Wandel dagegen ähnlich dramatisch wie in Deutschland. Da aber ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Erwerbsleben südlich der Alpen zu höheren finanziellen Einbußen führt, ist das italienische Rentensystem in Sachen Tragfähigkeit deutlich besser aufgestellt als das deutsche.

Im Übrigen hat Deutschland schon den Übergang zur Rente mit 67 beschlossen, in vielen anderen Mitgliedstaaten ist dagegen schon mit höchstens 65 Jahren Schluss. Sollte eine einheitliche Regelaltersgrenze dahinter zurückfallen, wäre das fatal für die nachhaltige Sicherung der gesetzlichen Renten.

Be careful with benchmarking in pension policy
IW-Nachricht, 17. März 2017

Pension Systems Be careful with benchmarking in pension policyArrow

The Eurogroup will look into the possibility of introducing benchmarking in pension policy. Most European pension systems face a similar demographic challenge. Yet, they differ in many aspects. If this is not taken into account, a benchmarking process is likely to fail its purpose. mehr

14. März 2017

Sozialpolitik Agenda 2010 – die Reformen in der gesetzlichen RentenversicherungArrow

Die Agenda 2010 verbinden heute viele Menschen hauptsächlich mit „Hartz IV“. Dabei hat die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab dem Jahr 2003 nicht nur auf dem Arbeitsmarkt Reformen angestoßen. Auch in der Rentenversicherung gab es zahlreiche Neuerungen, von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet hat. mehr auf iwd.de

IW policy paper, 14. März 2017

Jochen Pimpertz Kosten der schwarz-roten Rentenpolitik – eine HeuristikArrow

Die Bundestagswahl 2017 wirft ihre Schatten voraus. Das kommt auch in den unterschiedlichen Argumenten zur gesetzlichen Rentenversicherung zum Ausdruck, die die Vertreter der verschiedenen Parteien und Interessengruppen derzeit in den Medien vortragen. Jochen Pimpertz hat drei aktuelle Fragen zur schwarz-roten Rentenpolitik aufgegriffen. mehr