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Grundsätzlich sollen die Alterseinkommen mit der Entwicklung der Arbeitsentgelte Schritt halten. Ohne diese Dynamik würden die Ruheständler mit jeder Lohnerhöhung weiter hinter das Einkommensniveau der Beitragszahler zurückfallen. Diese Logik gilt auch umgekehrt: Sinken die durchschnittlichen Arbeitsentgelte, gehen auch die gesetzlichen Renten in diese Richtung. Anderenfalls werden die Ruheständler – wie in diesem Jahr – besser gestellt.Die Rentengarantie ist auch damit nicht zu rechtfertigen, dass die Anpassungen während der vergangenen Dekade aufgrund von Riester-Reform und Nachhaltigkeitsfaktor hinter der Entwicklung der Arbeitsentgelte zurückgeblieben sind. Denn im Gegenzug müssen vor allem die jungen Beitragszahler mit einem deutlich geringeren Versorgungsniveau rechnen. Beides gehört zur Stabilisierung des gesetzlichen Rentensystems.

Immerhin sollen die ausgelassenen Rentenminderungen nachgeholt werden. Aber selbst wenn die in den nächsten Jahren mit potenziellen Erhöhungen verrechnet werden, müssen die Beitragszahler schon heute tiefer in der Tasche greifen. Allein die Rentengarantie kostet in diesem Jahr schätzungsweise 1,7 Milliarden Euro. Die ganzen zusätzlichen Belastungen bekommen vor allem die Beitragszahler zu spüren: Rechnete die Bundesregierung bis vor drei Jahren noch mit einem Beitragssatz von 19,1 Prozent ab dem Jahr 2012, müssen sich die Arbeitnehmer heute dauerhaft auf 19,9 Prozent einstellen.

SPD-Rentenkonzept
IW-Nachricht, 7. Juni 2017

Jochen Pimpertz SPD-Rentenkonzept: Versprechen zulasten der JungenArrow

Mit einem stabilen Rentenniveau und einer Solidarrente will die SPD die Zustimmung zur Gesetzlichen Rentenversicherung sichern. Kanzlerkandidat Martin Schulz will das mit einem höheren Steuerzuschuss und durch die steigende Produktivität in der digitalen Arbeitswelt finanzieren. Doch am Ende müssen wohl vor allem die jüngeren Erwerbstätigen die Zeche zahlen. mehr

Vom höheren Rentenniveau profitieren vor allem die Reichen
Gastbeitrag, 2. Juni 2017

Jochen Pimpertz auf Focus Online „Vom höheren Rentenniveau profitieren vor allem die Reichen”Arrow

Die Politik hat den Wählern einige Vorschläge gemacht, wie das Rentenniveau über das Jahr 2030 hinaus gehalten werden soll. Doch dabei werden die Folgen oft völlig vergessen. Denn gut gemeint heißt nicht gut gemacht. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Jochen Pimpertz auf Focus Online. mehr