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Altersarmut ist kein Thema, dass man bagatellisieren darf. Fakt ist aber auch, dass derzeit Einkommensarmut im Alter seltener auftritt als in anderen Bevölkerungsgruppen. Armutsrisiken belasten vor allem Alleinerziehende und Singles, insbesondere Langzeitarbeitslose. Derzeit diskutiert die Politik über Probleme, die in ein, zwei oder drei Dekaden auftreten – wenn überhaupt.

Zwar stimmt es, dass das gesetzliche Versorgungsniveau sinkt. Um die Lücke zu schließen, die sich im Vergleich zu früheren Generationen auftut, ist private und betriebliche Altersvorsorge vonnöten. Hier hilft aber der Staat bereits mit Riester-Förderung und anderen Unterstützungen. Dass längst nicht alle abhängig Beschäftigten riestern, heißt nicht, dass sie zwangsläufig der Altersarmut anheimfallen. Der eine ist Häuslebauer, der andere setzt auf der Deutschen liebstes Kind, die Lebensversicherung, wieder andere erwarten ein erkleckliches Erbe.

Wenn dennoch Vorkehrungen wie eine Zuschussrente getroffen werden sollen, dann gilt: in keinem Fall aus Beitragsmitteln. Denn die beitragsfinanzierte Rente wurde gerade erst einigermaßen zukunftsfest gemacht – internationale Beobachter loben Deutschland dafür. Wenn aber an Fürsorgeleistungen gedacht wird, dann sollte die Bedürftigkeit geprüft werden und der Zuschuss aus Steuermitteln finanziert werden.

Um Maßnahmen gegen drohende Altersarmut zu finanzieren, wollen einige Politiker sogar die Beitragssatzsenkung zum Jahreswechsel boykottieren. Das ist schlichtweg Unfug. Denn die Versicherten und Unternehmen, die einen höheren Beitragssatz wegen des steigenden Rentnerquotienten geschultert haben, erwarten jetzt im umgekehrten Fall zu Recht auch die fällige Entlastung.

Was offenbar viele nicht wissen: Auch den Rentnern würde der Boykott auf die Füße fallen, denn ihre finanzielle Lage verbessert sich dadurch nicht. Allen, die etwas gegen Altersarmut tun wollen, sollte eigentlich an einer Senkung des Beitragssatzes gelegen sein. Zur Erinnerung: Einer Beitragssatzsenkung folgt laut Gesetz im Folgejahr eine höhere Anpassung der gesetzlichen Rente. Im Kampf gegen drohende Altersarmut hilft eben manchmal auch Bewährtes.

Be careful with benchmarking in pension policy
IW-Nachricht, 17. März 2017

Pension Systems Be careful with benchmarking in pension policyArrow

The Eurogroup will look into the possibility of introducing benchmarking in pension policy. Most European pension systems face a similar demographic challenge. Yet, they differ in many aspects. If this is not taken into account, a benchmarking process is likely to fail its purpose. mehr

14. März 2017

Sozialpolitik Agenda 2010 – die Reformen in der gesetzlichen RentenversicherungArrow

Die Agenda 2010 verbinden heute viele Menschen hauptsächlich mit „Hartz IV“. Dabei hat die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab dem Jahr 2003 nicht nur auf dem Arbeitsmarkt Reformen angestoßen. Auch in der Rentenversicherung gab es zahlreiche Neuerungen, von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet hat. mehr auf iwd.de

IW policy paper, 14. März 2017

Jochen Pimpertz Kosten der schwarz-roten Rentenpolitik – eine HeuristikArrow

Die Bundestagswahl 2017 wirft ihre Schatten voraus. Das kommt auch in den unterschiedlichen Argumenten zur gesetzlichen Rentenversicherung zum Ausdruck, die die Vertreter der verschiedenen Parteien und Interessengruppen derzeit in den Medien vortragen. Jochen Pimpertz hat drei aktuelle Fragen zur schwarz-roten Rentenpolitik aufgegriffen. mehr