In Westdeutschland ist es üblicher als gedacht, dass Männer auch nach dem sechzigsten Geburtstag berufstätig sind. So gingen im Jahr 2009 genau 48,4 Prozent der über 60-jährigen westdeutschen Männer einer Arbeit nach. Die meisten der 840.000 Erwerbstätigen sind Angestellte oder Arbeiter, es gibt aber auch 200.000 Selbstständige und 100.000 Beamte.

Dass die durchschnittliche Erwerbstätigenquote in Deutschland in dieser Altersgruppe indes rund 10 Prozentpunkte niedriger ausfällt als der Wert für die Westmänner, hat zwei Gründe: Zum einen haben früher im Westen viele Frauen ihren Beruf der Familie geopfert. Die Quote der erwerbstätigen älteren Frauen beträgt daher in Westdeutschland nur knapp 31 Prozent. Das drückt den Durchschnitt. Zum anderen sind die Erwerbstätigenquoten in den neuen Bundesländern aufgrund der höheren Arbeitslosigkeit niedriger. Daraus aber abzuleiten, dass Ältere generell zur Zeit schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten und man deswegen mit dem Einstieg in die Rente mit 67 noch warten müsse, ist verfehlt.