Rente mit 63 Image
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Wer 45 Beitragsjahre aufweist, der soll ab dem 1. Juli dieses Jahres schon mit 63 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand wechseln können. Angerechnet werden auch Zeiten des Arbeitslosengeld-Bezugs. Wer die Voraussetzungen nicht erfüllt, der kann zwar auch mit 63 in den Ruhestand gehen. Er muss dann aber für jeden Monat, den er vor der Regelaltersgrenze aufhört, einen Abschlag von 0,3 Prozent hinnehmen. Bei einem regulären Rentenalter von aktuell 65 Jahren und 3 Monaten ergibt sich so ein Minus von bis zu 8,1 Prozent.

Kurz vor Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens wittern die Koalitionäre nun Missbrauchsgefahren durch die Arbeitgeber. Die könnten versucht sein, Mitarbeiter mit 61 Jahren zu entlassen, damit diese dann nach zwei Jahren auf Kosten der Bundesagentur für Arbeit nahtlos in die abschlagsfreie Frühverrentung wechseln. Um diesen Weg zu versperren, soll ein Wechsel aus der Arbeitslosigkeit in den abschlagsfreien Ruhestand verhindert werden.

Was wie eine Lösung aussieht, ist aber nur eine Nebelkerze. Denn abgesehen davon, dass die Unternehmen immer mehr auf die Erfahrung ihrer altgedienten Kräfte setzen, wissen die Lohnbüros in der Regel nicht, welche Mitarbeiter die Voraussetzungen für eine abschlagsfreie Rente mit 63 erfüllen. Und selbst wenn, drohen im Falle einer Kündigung arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen mit ungewissem Ausgang und hohen Abfindungen.

Mit einer Frühverrentungswelle ist gleichwohl zu rechnen. Denn gerade für langgediente Facharbeiter, für die Altersarmut kein Thema sein dürfte, entsteht ein Anreiz, frühzeitig das Arbeitsverhältnis zu beenden – im Zweifel auch gegen den Wunsch des Arbeitgebers. Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt: Wer bereits 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt und dabei immer durchschnittlich verdient hat, dessen abschlagsfreie Rente fällt mit 63 Jahren um 4,8 Prozent geringer aus als bei einer regulären Verrentung. Weniger wird es aber nicht, weil ihm nach der neuen Regelung weitere Abschläge erspart bleiben. Diese nur leicht reduzierte Rente bezieht er jedoch zwei Jahre länger – ein westdeutscher Mann im Schnitt fast 19 statt 17 Jahre.

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Be careful with benchmarking in pension policy
IW-Nachricht, 17. März 2017

Pension Systems Be careful with benchmarking in pension policyArrow

The Eurogroup will look into the possibility of introducing benchmarking in pension policy. Most European pension systems face a similar demographic challenge. Yet, they differ in many aspects. If this is not taken into account, a benchmarking process is likely to fail its purpose. mehr

14. März 2017

Sozialpolitik Agenda 2010 – die Reformen in der gesetzlichen RentenversicherungArrow

Die Agenda 2010 verbinden heute viele Menschen hauptsächlich mit „Hartz IV“. Dabei hat die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab dem Jahr 2003 nicht nur auf dem Arbeitsmarkt Reformen angestoßen. Auch in der Rentenversicherung gab es zahlreiche Neuerungen, von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet hat. mehr auf iwd.de

IW policy paper, 14. März 2017

Jochen Pimpertz Kosten der schwarz-roten Rentenpolitik – eine HeuristikArrow

Die Bundestagswahl 2017 wirft ihre Schatten voraus. Das kommt auch in den unterschiedlichen Argumenten zur gesetzlichen Rentenversicherung zum Ausdruck, die die Vertreter der verschiedenen Parteien und Interessengruppen derzeit in den Medien vortragen. Jochen Pimpertz hat drei aktuelle Fragen zur schwarz-roten Rentenpolitik aufgegriffen. mehr