Rente ab 70 Image
Die Deutschen werden immer älter. Die gewonnenen Lebensjahre sollten mindestens zu zwei Dritteln im Arbeitsleben verbracht werden, um das Rentensystem nicht zu überlasten. Foto: TommyL/iStock

Bei manch einem bringt die Aussicht auf eine Rente mit 70 das Blut in Wallung – diesen Anschein erwecken zumindest Reaktionen im Netz auf den jüngsten Vorstoß des Bundesfinanzministers. Dabei wären viele, die sich jetzt vehement gegen ein längeres Arbeitsleben positionieren, davon gar nicht betroffen. Denn die Regelaltersgrenze steigt erst einmal in kleinen Monatsschritten bis zum Jahr 2031 auf 67 Jahre.

Schon diese einst beschlossene Anpassung der Lebensarbeitszeit folgt einer simplen, aber bestechenden Logik: Wenn die Menschen immer länger leben, dann können die gewonnenen Jahre nicht ausschließlich im Ruhestand verbracht werden. Denn das würde die nachfolgenden Beitragszahler in der umlagefinanzierten Rentenversicherung überfordern. Schließlich haben die Renten-Beitragszahler schon jetzt deutlich mehr zu stemmen als in der Vergangenheit. Das durchschnittlich Zugangsalter bei den Alters- und Erwerbsminderungsrenten ist von 1995 bis 2014 von 60,1 auf 61,8 Jahre gestiegen, die durchschnittliche Rentenbezugsdauer kletterte im gleichen Zeitraum aber deutlich stärker nach oben – von 15,8 auf 19,5 Jahre. Parallel ist die Anzahl der Rentner von 16,4 Millionen in 1995 auf 20,8 Millionen in 2015 gestiegen.

Deshalb ist es sinnvoll, sich schon jetzt Gedanken darüber zu machen, was nach 2030 geschehen soll, wenn die Rente mit 67 vollständig etabliert ist. Bislang hat sich der Gesetzgeber auf ein Beitragsmaximum von 22 Prozent in der Gesetzlichen Rentenversicherung festgelegt. Doch damit die Versicherten und ihre Arbeitgeber künftig wirklich nicht mehr in den Rententopf einzahlen müssen als diesen Anteil, ist es dringend nötig, dass die zusätzliche Lebenszeit adäquat in eine längere Arbeitszeit und eine längere Rentenbezugsphase aufgeteilt wird: Die gewonnenen Lebensjahre sollten mindestens zu zwei Dritteln im Arbeitsleben verbracht werden.

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Be careful with benchmarking in pension policy
IW-Nachricht, 17. März 2017

Pension Systems Be careful with benchmarking in pension policyArrow

The Eurogroup will look into the possibility of introducing benchmarking in pension policy. Most European pension systems face a similar demographic challenge. Yet, they differ in many aspects. If this is not taken into account, a benchmarking process is likely to fail its purpose. mehr

14. März 2017

Sozialpolitik Agenda 2010 – die Reformen in der gesetzlichen RentenversicherungArrow

Die Agenda 2010 verbinden heute viele Menschen hauptsächlich mit „Hartz IV“. Dabei hat die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab dem Jahr 2003 nicht nur auf dem Arbeitsmarkt Reformen angestoßen. Auch in der Rentenversicherung gab es zahlreiche Neuerungen, von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet hat. mehr auf iwd.de

IW policy paper, 14. März 2017

Jochen Pimpertz Kosten der schwarz-roten Rentenpolitik – eine HeuristikArrow

Die Bundestagswahl 2017 wirft ihre Schatten voraus. Das kommt auch in den unterschiedlichen Argumenten zur gesetzlichen Rentenversicherung zum Ausdruck, die die Vertreter der verschiedenen Parteien und Interessengruppen derzeit in den Medien vortragen. Jochen Pimpertz hat drei aktuelle Fragen zur schwarz-roten Rentenpolitik aufgegriffen. mehr