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Lange war die Industrieregion im Ruhrgebiet trotz Stahlkrise und struktureller Probleme im gesamtdeutschen Vergleich noch überdurchschnittlich wohlhabend, doch auch dieser Befund kippt: 2010 stand Nordrhein-Westfalen trotz einiger Boomtowns wie Münster und Düsseldorf erstmals auf der Empfängerseite des Länderfinanzausgleichs. Strukturkonservierende Hilfen wie die Steinkohleförderung standen allzu lange im Zentrum, neue Industrien wurden vernachlässigt.

Mit Arbeitslosenquoten von gut 10 Prozent – Gelsenkirchen liegt mit 14 Prozent an der Spitze – sieht es im Pott zwar aktuell kaum schlechter aus als im ostdeutschen Schnitt, doch dort gibt es eine klar positive Entwicklung. Dresden, Jena und Co. wachsen dynamisch. Rundum sinkt die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte, was die Zahl der Arbeitslosen weiter drücken wird. Da auch die Erneuerung der Infrastruktur weitgehend abgeschlossen ist, gehen im Osten die Förderziele aus.

Die Regionalpolitik sollte sich daher in den nächsten Jahren verstärkt dem „Aufbau West“ widmen, aber anders als vor der Wiedervereinigung eher Städten mit Strukturproblemen helfen, als dem ländlichen Raum, der sich inzwischen fast überall durch eine geringe Arbeitslosigkeit auszeichnet. Infrastrukturerneuerung, Bildung, Innovations- und Gründungsförderung bieten sich als Schwerpunkte an, da die Zeit industrieller Großansiedlungen sicherlich der Vergangenheit angehört.

9. Oktober 2017

Agnes Millack Endspurt in NiedersachsenArrow

Deutschlands Superwahljahr befindet sich auf der Zielgeraden: Kurz nach der Bundestagswahl findet am 15. Oktober in Niedersachsen die fünfte und letzte Landtagswahl dieses Jahres statt. Mehr als sechs Millionen Niedersachsen werden dann – drei Monate früher als geplant – über die künftige Zusammensetzung des Parlaments in Hannover entscheiden. mehr auf iwd.de

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IW-Report, 4. Oktober 2017

Tobias Hentze Nachtrag zum Haushaltsplan des Landes Nordrhein-WestfalenArrow

Das Nachtragshaushaltsgesetz 2017 der Landesregierung sieht Mehrausgaben vor, die sich aus den Ankündigungen im Wahlkampf ableiten. Insofern ist es besonders wichtig, in den nächsten Jahren auch auf strenge Haushaltsdisziplin und mittelfristige Konsolidierungsstrategien zu setzen. mehr

Tag der deutschen Einheit
IW-Nachricht, 29. September 2017

Klaus-Heiner Röhl Tag der deutschen Einheit: Annäherung im SchleichgangArrow

Am 3. Oktober jährt sich der Beitritt der ehemaligen DDR zur Bundesrepublik zum 27. Mal. Doch noch immer gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Ost und West – was nicht zuletzt auch in den Wahlergebnissen der AfD bei der Bundestagswahl gezeigt hat. Der „Aufbau Ost“ geht weiter, aber im Schleichgang. mehr