Eine duale Ausbildung bietet sehr gute Beschäftigungs- und Karrierechancen. Dennoch entscheiden sich immer weniger Jugendliche für eine Ausbildung und nehmen lieber ein Studium auf. Besonders das Handwerk leidet unter Nachwuchsproblemen: Zuletzt konnten knapp 17.400 Ausbildungsstellen, also mehr als jeder zehnte der insgesamt 162.700 angebotenen Ausbildungsplätze, nicht besetzt werden.

Diese hohe Zahl ist umso alarmierender, als schon heute viele Gewerke zu den Berufen mit großem Fachkräftemangel gehören. Und diese Lücke wird mit jedem unbesetztem Ausbildungsplatz tendenziell größer – denn es gibt viel mehr offene Stellen für beruflich Qualifizierte als für Akademiker. Außerdem sind von den gemeldeten Stellen für Fachkräfte rund 80 Prozent nur schwer zu besetzen.

Eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach hat untersucht, was Jugendliche vom Berufsleben erwarten. Die Ergebnisse zeigen, dass die junge Generation die Digitalisierung positiv bewertet. Für knapp die Hälfte der Jugendlichen machen moderne Unternehmen die Attraktivität einer Branche aus. Wenn das Handwerk nun damit wirbt, wie modern und digital die heutigen Ausbildungsberufe sind, ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Das heißt aber auch, dass jedes einzelne Handwerksunternehmen selbst für einen nachhaltigen Imagewandel sorgen muss. Die Betriebe müssen mit Employer Branding eine starke Arbeitgebermarke aufbauen, um so als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Nur so können wieder mehr Jugendliche für das Handwerk gewonnen werden. Mit praxisnahen Tipps unterstützt das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft kleine und mittlere Unternehmen dabei, Fachkräfte und Auszubildende zu finden und langfristig zu binden.