Nach einigen mageren Lohnrunden lagen die Tarifzuwächse schon im vergangenen Jahr erstmals seit 2003 wieder über der Teuerungsrate – allerdings nur um 0,2 Prozentpunkte. In diesem Jahr setzt sich dieser Trend verstärkt fort. Aufs ganze Jahr gerechnet dürften die Tariflöhne real um 1,5 bis 2 Prozent zulegen. Allerdings kommt dies bei vielen Arbeitnehmern nur teilweise an. Denn die tatsächlich ausgezahlten „Effektivverdienste“ steigen in der Regel langsamer als die Tarife. Das liegt an tariflichen Öffnungsklauseln, die für betriebliche Bündnisse für Arbeit genutzt werden, an der in einigen Branchen geringen Tarifbindung der Betriebe, aber aktuell auch an der Kurzarbeit. Insgesamt dürfte die positive Reallohnentwicklung aber dennoch dazu beitragen, den Konsum zu stützen und „deflationären“ Tendenzen gegenzusteuern.