Proteste in Euroland Image
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Die Reformen und Sparbemühungen der Euro-Krisenländer sind so groß, wie man sie vor der Krise aufgrund der politischen Widerstände nicht erwarten konnte. Das Ergebnis: Griechenland, Spanien, Irland und Portugal stehen mittlerweile ganz vorn auf einer Reformliste der OECD. Ebenso zeigen sich bereits wichtige Erfolge. So sind die Leistungsbilanzdefizite zurückgegangen und die Haushaltslöcher werden langsam kleiner.

Das IW Köln warnt bei aller nötigen Konsolidierung davor, den Bogen zu überspannen. Denn wenn die Politik in der Rezession versucht, sinkenden Staatseinnahmen immer weiter hinterher zu sparen, droht sie die Wirtschaftskrise noch weiter zu verschärfen und einen Teufelskreis anzukurbeln. Sinnvoller ist es in dieser Lage, sich am konjunkturbereinigten Defizit zu orientieren und dies kontinuierlich, aber dosiert zu senken.

Wichtig bleiben für die Krisenländer die sogenannten Strukturreformen, die etwa die Lohnpolitik flexibler machen oder Zugangshemmnisse zum Arbeitsmarkt oder zu einzelnen Berufen abbauen. Mit letzteren haben sich Arbeitsplatzbesitzer auf Kosten der Arbeitslosen geschützt. Ein Aufbrechen dieser verkrusteten Strukturen wird nach der derzeitigen Durststrecke bald zu mehr Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung führen. Das ist die beste Medizin gegen die derzeit erschreckend hohe Arbeitslosigkeit.

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IW-Report
IW-Report, 18. September 2017

Daniel Bendel / Markus Demary / Michael Voigtländer How do higher interest rates impact companies’ financial situation?Arrow

Companies’ access to finance has an important impact on their profitability and growth prospects. Without external financing, most firms are not able to invest, which is a prerequisite for economic growth. Unlike in the US, which has a capital market-based financial system, banks are the dominant lenders for firms in the Eurozone. mehr

14. September 2017

Interview mit Markus J. Beyrer „Die Freiheiten in der EU fallen nicht von den Bäumen“Arrow

Die künftige Bundesregierung muss die Fahne des Freihandels hochhalten und sollte den vorhandenen finanziellen Spielraum für mehr Investitionen nutzen, sagt Markus J. Beyrer im iwd-Interview. Der Österreicher ist Generaldirektor der europäischen Vereinigung der Industrie- und Arbeitgeberverbände BusinessEurope, zu dessen Mitgliedern die deutschen Organisationen BDA und BDI gehören. mehr auf iwd.de

Cybersicherheit
IW-Nachricht, 13. September 2017

Barbara Engels Cybersicherheit: Überfällige AnpassungenArrow

Die wirtschaftlichen Schäden durch Cyberattacken haben sich in den vergangenen vier Jahren verfünffacht. Inzwischen vergeht keine Woche mehr, in der nicht ein prominentes Unternehmen gehackt wird. Die Europäische Kommission reagiert jetzt mit einer Neuauflage ihrer Cybersicherheitsstrategie – ein dringend nötiger Schritt. mehr