Proteste in Euroland Image
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Die Reformen und Sparbemühungen der Euro-Krisenländer sind so groß, wie man sie vor der Krise aufgrund der politischen Widerstände nicht erwarten konnte. Das Ergebnis: Griechenland, Spanien, Irland und Portugal stehen mittlerweile ganz vorn auf einer Reformliste der OECD. Ebenso zeigen sich bereits wichtige Erfolge. So sind die Leistungsbilanzdefizite zurückgegangen und die Haushaltslöcher werden langsam kleiner.

Das IW Köln warnt bei aller nötigen Konsolidierung davor, den Bogen zu überspannen. Denn wenn die Politik in der Rezession versucht, sinkenden Staatseinnahmen immer weiter hinterher zu sparen, droht sie die Wirtschaftskrise noch weiter zu verschärfen und einen Teufelskreis anzukurbeln. Sinnvoller ist es in dieser Lage, sich am konjunkturbereinigten Defizit zu orientieren und dies kontinuierlich, aber dosiert zu senken.

Wichtig bleiben für die Krisenländer die sogenannten Strukturreformen, die etwa die Lohnpolitik flexibler machen oder Zugangshemmnisse zum Arbeitsmarkt oder zu einzelnen Berufen abbauen. Mit letzteren haben sich Arbeitsplatzbesitzer auf Kosten der Arbeitslosen geschützt. Ein Aufbrechen dieser verkrusteten Strukturen wird nach der derzeitigen Durststrecke bald zu mehr Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung führen. Das ist die beste Medizin gegen die derzeit erschreckend hohe Arbeitslosigkeit.

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Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperity
Gastbeitrag, 20. Juni 2017

Hubertus Bardt on KKC International Platform Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperityArrow

In an environment with growing protectionism and the danger of economic disintegration and shocks for the global trade policy system, a free trade agreement between Japan and Europe could set a positive example. Progress in the negotiations are necessary to foster growth and prosperity and to send a message to other countries, that modern market economies rely on good trade relations. mehr

20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

Brexit
IW-Nachricht, 19. Juni 2017

Jürgen Matthes Brexit: Missverständnisse vermeidenArrow

Fast ein Jahr nach dem Referendum beginnen heute die Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU. Die Lage scheint vertrackt, doch in der öffentlichen Debatte wird die bisherige Position der britischen Regierung häufig missverstanden – und damit auch die Chancen für konstruktive Verhandlungen übersehen. mehr