Äpfel mit Birnen verglichen Image

Entsprechend wichtig ist es, mit vorurteilsfreiem Blick auf die Zahlen zu blicken. Außerdem sind die Gesamtergebnisse der Befragung noch nicht vollständig harmonisiert, also wirklich vergleichbar gemacht worden. Folgende Punkte zeigen allerdings schon jetzt, welche Fallstricke bei der Interpretation der Ergebnisse lauern:

  • Die Zahlen für Deutschland bilden das Jahr 2010 ab. In Spanien beziehen sie sich dagegen auf 2008. In diesem Jahr platzte dort die Immobilienblase, sodass das Immobilienvermögen dort sicherlich überbewertet und der anschließende Einbruch der Immobilienpreise nicht erfasst ist.
  • Bei den Vermögen handelt es sich um durchschnittliche Haushaltsvermögen. In Deutschland leben durchschnittlich 2,0 Personen in einem Haushalt – in Spanien 2,7. Beim Pro-Kopf-Vermögen verschwinden die Unterschiede zwischen Spanien und Deutschland fast gänzlich.
  • Die Eigentumsquote für Häuser und Wohnungen ist in Deutschland mit 46 Prozent deutlich niedriger als im europäischen Ausland, wo Quoten über 80 Prozent üblich sind. Hierzulande besteht ein sehr großer Mietmarkt, der zu knapp 39 Prozent von professionell-gewerblichen Anbietern bedient wird. Das Immobilienvermögen ist damit zu einem Teil als Betriebsvermögen und nicht als Privatvermögen gebunden.
  • Das sogenannte Medianvermögen ist in Deutschland tatsächlich niedriger als andernorts. Doch die deutschen Bürger sind durch das Sozialversicherungssystem und die vom Staat bereitgestellten öffentlichen Güter gut versorgt. Die Ansprüche gegenüber der Rentenversicherung sind in den Vermögenswerten allerdings nicht erfasst.

Ansprechpartner

IW-Report
IW-Report, 26. Juni 2017

Judith Niehues Armuts- und ReichtumsberichterstattungArrow

Stellungnahme unter anderem zum fünften Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung in der öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags. mehr

Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperity
Gastbeitrag, 20. Juni 2017

Hubertus Bardt on KKC International Platform Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperityArrow

In an environment with growing protectionism and the danger of economic disintegration and shocks for the global trade policy system, a free trade agreement between Japan and Europe could set a positive example. Progress in the negotiations are necessary to foster growth and prosperity and to send a message to other countries, that modern market economies rely on good trade relations. mehr

20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de