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Vor der Wirtschaftskrise im Jahr 2007 lag der öffentliche Schuldenstand Portugals bei 63 Prozent der Wirtschaftsleistung – Griechenland kam auf 105 Prozent. Zudem hatte Lissabon sein staatliches Budgetdefizit von knapp 6 Prozent im Jahr 2005 auf unter 3 Prozent im Jahr 2007 gesenkt.

Zum Verhängnis geworden ist Portugal seine chronische Wachstumsschwäche. Die Gründe: Zu hohe Löhne, zu geringe Wettbewerbsfähigkeit und zu viel Konkurrenz aus Asien und Osteuropa. Somit hat besonders die globale Wirtschaftskrise das Land zurückgeworfen. Das öffentliche Defizit lag 2010 bei 8,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und war damit höher als die Regierung kalkuliert hatte. In den ersten Monaten dieses Jahres bewegte sich Portugal allerdings bereits wieder im Plan. Zudem hatte die Minderheitsregierung umfangreiche Sparpläne vorgelegt – doch dann scheiterten diese im Parlament, der Premier trat zurück.

Die Flucht unter den EU-Rettungsschirm birgt neue Hoffnung: Denn nun werden der Internationale Währungsfonds und die EU Portugal die Reformen vorschreiben, die das Land schon längst hätte umsetzen sollen, die bislang aber nicht durchsetzbar waren.

Michael Hüther im Deutschlandfunk
Interview, 29. März 2017

Michael Hüther im Deutschlandfunk „Die Briten sind in dieser Situation schlechter gestellt”Arrow

Nach dem Brexit-Beschluss Großbritanniens müsse es jetzt darum gehen, die Interessen der Gemeinschaft in den Fokus zu rücken, sagte IW-Direktor Michael Hüther im Interview mit dem Deutschlandfunk. Ein Staat, der sich aus der Integration herausnehme, dürfe anschließend nicht von möglichen Sonderregelungen profitieren. mehr

Deutschland hat die erste Welle der Brexit-Wirkungen hinter sich
IW-Kurzbericht, 28. März 2017

Jürgen Matthes / Berthold Busch Deutschland hat die erste Welle der Brexit-Wirkungen hinter sichArrow

Nach der Erklärung von Artikel 50 wird es ernst. Während die kurzfristigen Brexit-Wirkungen auf das UK bisher erstaunlich gering blieben, sind die deutschen Exporte in das UK seit dem Referendum deutlich gesunken. Damit dürfte das Gros der Kurzfrist-Wirkungen aber bereits bewältigt sein, ohne dass dies die stabile deutsche Wirtschaft aus dem Tritt gebracht hat. mehr

Öffentliche Verschuldung
IW-Nachricht, 28. März 2017

Öffentliche Verschuldung Rekordeinnahmen versandenArrow

Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen nahmen 2016 rund 24 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben – ein neuer Rekord. Trotzdem bleibt der öffentliche Schuldenstand nahezu unverändert hoch. Die Politik sollte die derzeitigen Überschüsse nutzen, um für langfristige Herausforderungen gewappnet zu sein – etwa durch einen Demografie-Fonds. mehr