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Es ist aus mehreren Gründen sinnvoll, die Erstattungspreise nicht zu veröffentlichen. Zum einen sind da die Mitbewerber, die sich kostenlos an den Ergebnissen orientieren könnten. In anderen Industrien läuft es ähnlich: Schließt etwa ein Karosseriebauer mit einem großen Autohersteller einen Liefervertrag ab, bekommen anderen Automobilbauer diese Papiere für ihre zukünftigen Verhandlungen auch nicht zur Verfügung gestellt.

Zum anderen würden die ausgehandelten Rabatte auch im Ausland in ihrer vollen Höhe bekannt. Das Problem: In manchen Ländern orientiert sich der Preis für die Medikamente am deutschen Preis. Die deutschen Hersteller könnten also ihre Medizin dort künftig nur zu niedrigeren Preisen anbieten. Die niedrigeren Preise im Ausland würden dann in Deutschland in zukünftigen Verhandlungsrunden für weitere Preisabschläge sorgen. Dadurch dürfte auch die Versorgung hierzulande leiden: Denn die Unternehmen könnten diesem Wettbewerbsnachteil entgehen, indem sie ihre Neuheiten erst einmal gar nicht in Deutschland anbieten. Auch stellt sich die Frage, welchen Vorteil die einzelnen Krankenkassen daraus ziehen, dass die Ergebnisse aus den Verhandlungen mit innovativen Arzneimittelherstellern allen zugänglich sein sollen, während gleichzeitig etwa die Rabatte auf Generika nicht veröffentlicht werden.

Ordnungspolitisches Statement

Forschungsstelle Pharmastandort: Wettbewerb funktioniert nur mit verlässlichen Regeln

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IW policy paper
IW policy paper, 27. März 2017

Susanna Kochskämper Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung bietet viele PotenzialeArrow

Warum wissen so wenige Patienten, dass sie sich auch im EU-Ausland medizinisch behandeln lassen dürfen – zu den gleichen Konditionen wie im Inland und ohne zusätzliche Auslandskrankenversicherung? Und warum wird diese Möglichkeit bisher so wenig genutzt, obwohl die nationalen Gesundheitssysteme davon profitieren könnten? mehr

Finanzierungslücke in der Kranken- und Pflegeversicherung
IW-Pressemitteilung, 27. März 2017

Kranken- und Pflegeversicherung Große Finanzierungslücke drohtArrow

Der demografische Wandel führt dazu, dass die Ausgaben der Kranken- und Pflegeversicherung in den nächsten Jahrzehnten steigen und die Einnahmen sinken werden. Bei gleichbleibendem Leistungsniveau ist deshalb langfristig mit einer deutlichen Erhöhung der Beitragssätze zu rechnen, wie eine IW-Studie zeigt. mehr

Exportschlager Gesundheit
IW-Report, 8. März 2017

Jasmina Kirchhoff Exportschlager Gesundheit – Wachstumstreiber Schwellenländer?Arrow

Die deutsche Pharma- und Medizintechnikbranche legte in den vergangenen Jahren ein besonderes Augenmerk auf bevölkerungsreiche und schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien. Anders als auf den etablierten Märkten erhoffen sich die Unternehmen hier starke Umsatzzuwächse. mehr