Pharmaindustrie Image
Quelle: Fotolia

Es ist aus mehreren Gründen sinnvoll, die Erstattungspreise nicht zu veröffentlichen. Zum einen sind da die Mitbewerber, die sich kostenlos an den Ergebnissen orientieren könnten. In anderen Industrien läuft es ähnlich: Schließt etwa ein Karosseriebauer mit einem großen Autohersteller einen Liefervertrag ab, bekommen anderen Automobilbauer diese Papiere für ihre zukünftigen Verhandlungen auch nicht zur Verfügung gestellt.

Zum anderen würden die ausgehandelten Rabatte auch im Ausland in ihrer vollen Höhe bekannt. Das Problem: In manchen Ländern orientiert sich der Preis für die Medikamente am deutschen Preis. Die deutschen Hersteller könnten also ihre Medizin dort künftig nur zu niedrigeren Preisen anbieten. Die niedrigeren Preise im Ausland würden dann in Deutschland in zukünftigen Verhandlungsrunden für weitere Preisabschläge sorgen. Dadurch dürfte auch die Versorgung hierzulande leiden: Denn die Unternehmen könnten diesem Wettbewerbsnachteil entgehen, indem sie ihre Neuheiten erst einmal gar nicht in Deutschland anbieten. Auch stellt sich die Frage, welchen Vorteil die einzelnen Krankenkassen daraus ziehen, dass die Ergebnisse aus den Verhandlungen mit innovativen Arzneimittelherstellern allen zugänglich sein sollen, während gleichzeitig etwa die Rabatte auf Generika nicht veröffentlicht werden.

Ordnungspolitisches Statement

Forschungsstelle Pharmastandort: Wettbewerb funktioniert nur mit verlässlichen Regeln

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Exportschlager Gesundheit
IW-Report, 8. März 2017

Jasmina Kirchhoff Exportschlager Gesundheit – Wachstumstreiber Schwellenländer?Arrow

Die deutsche Pharma- und Medizintechnikbranche legte in den vergangenen Jahren ein besonderes Augenmerk auf bevölkerungsreiche und schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien. Anders als auf den etablierten Märkten erhoffen sich die Unternehmen hier starke Umsatzzuwächse. mehr

IW-Kurzbericht, 13. Februar 2017

Jochen Pimpertz Kosten der Entgeltfortzahlung – beschränktes PräventionspotenzialArrow

Die Aufwendungen der Arbeitgeber für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall steigen seit Jahren ungebremst. Durch medizinische Prävention lässt sich aber nur ein kleiner Teil dieser Kosten vermeiden. Denn der Anstieg ist nicht allein auf das Erkrankungsrisiko zurückzuführen, sondern auch auf die günstige Beschäftigungsentwicklung und die steigenden Bruttoentgelte. mehr

Ordnungspolitisches Statement
Ordnungspolitisches Statement, 20. September 2016

Jasmina Kirchhoff / Jochen Pimpertz Bewährtes schützt Vertraulichkeit und schafft VertrauenArrow

Der aktuelle Referentenentwurf zur Stärkung der Arzneimittelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) schafft es nicht, die Weichen für den Gesundheitsstandort Deutschland zu stellen. Stattdessen sollten die Gesetzgeber auf Bewährtes vertrauen. mehr