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Statt der bislang angesetzten 90 Millionen Euro müsste der Fiskus gut 2 Milliarden Euro pro Jahr aufwenden, wenn alle gesetzlich Versicherten im Alter zwischen 20 und 60 Jahren eine private Zusatzpflegeversicherung abschließen würden. Es ist jedoch eine Frage der Gerechtigkeit, dass auch diejenigen Zulagen erhalten, die bereits heute zusätzlich vorsorgen. Gut 100 Millionen Euro kämen noch einmal hinzu.

Dabei ist eine private kapitalgedeckte Zusatzversorgung ohne Alternative. Anderenfalls drohen deutliche Beitragssatzerhöhungen. Bereits im nächsten Jahr muss der Beitragssatz von 1,95 auf 2,05 Prozent steigen, um neue Leistungen für Demenzerkrankte zu finanzieren. Zusätzlich sollen alle Leistungssätze ab 2015 an die Preissteigerung angepasst werden, um eine schleichende Entwertung der Pflegeversorgung zu verhindern.

All das wird ohne ergänzende Vorsorge nur mit weiteren kräftigen Drehungen an der Beitragssatzschraube zu finanzieren sein. Schließlich wird sich mit dem demografischen Wandel die Zahl der Pflegebedürftigen nahezu verdoppeln. Die Zulagen-Förderung ist da nicht mal ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Pflege
IW-Nachricht, 21. September 2017

Jochen Pimpertz Pflege: Über Löhne entscheidet nicht die PolitikArrow

Die SPD will 30 Prozent höhere Löhne in der Pflege – damit soll ein Pflegenotstand verhindert werden. Doch über die Gehälter bestimmt nicht die Politik. Was am Ende wirklich bezahlt werden kann, entscheiden letztlich die Beitragszahler. mehr

Makroökonomische Effekte einer paritätischen Beitragsfinanzierung
IW policy paper, 23. August 2017

Martin Beznoska / Galina Kolev / Jochen Pimpertz Makroökonomische Effekte einer paritätischen BeitragsfinanzierungArrow

Im Vorfeld der Bundestagswahl wird unter anderem eine Rückkehr zur vollständig paritätischen Beitragsfinanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung gefordert. Allerdings entpuppt sich die damit verbundene Hoffnung auf eine nachhaltige Entlastung der Beitragszahler als Irrweg. mehr