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Eine ergänzende kapitalgedeckte Pflegeversicherung ist sinnvoll, solange die zusätzliche Vorsorge über den privaten Versicherungsmarkt läuft. Schließlich sind private Versicherungsunternehmen seit langem mit der Kalkulation und Anlage von Rücklagen vertraut.

Unter das Dach der sozialen Pflegeversicherung gehört diese Zusatzversicherung dagegen nicht. Dort gäbe es keinen verlässlichen Schutz vor politischem Missbrauch - wie man am Beispiel der Nachhaltigkeitsrücklage bzw. der früheren Mindestreserve in der Rentenversicherung sehen kann, deren Höhe immer wieder neu festgelegt wurde. Außerdem dürften die Beitragssätze steigen und das belastet die Arbeitskosten.

Manch einer liebäugelt ohnehin damit, die Rücklage nur vorübergehend anzusparen. Sie soll genutzt werden, um ab 2030 die ärgsten Belastungen abzufedern. Das ist aber völlig widersinnig. Denn gelackmeiert wären die jungen Beitragszahler. Sie müssten jetzt höhere Beitragssätze schultern und stünden später, wenn sie altern und womöglich selber pflegebedürftig werden, ohne Rücklage da.

IW policy paper
IW policy paper, 27. März 2017

Susanna Kochskämper Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung bietet viele PotenzialeArrow

Warum wissen so wenige Patienten, dass sie sich auch im EU-Ausland medizinisch behandeln lassen dürfen – zu den gleichen Konditionen wie im Inland und ohne zusätzliche Auslandskrankenversicherung? Und warum wird diese Möglichkeit bisher so wenig genutzt, obwohl die nationalen Gesundheitssysteme davon profitieren könnten? mehr

Finanzierungslücke in der Kranken- und Pflegeversicherung
IW-Pressemitteilung, 27. März 2017

Kranken- und Pflegeversicherung Große Finanzierungslücke drohtArrow

Der demografische Wandel führt dazu, dass die Ausgaben der Kranken- und Pflegeversicherung in den nächsten Jahrzehnten steigen und die Einnahmen sinken werden. Bei gleichbleibendem Leistungsniveau ist deshalb langfristig mit einer deutlichen Erhöhung der Beitragssätze zu rechnen, wie eine IW-Studie zeigt. mehr