Und täglich grüßt das Murmeltier… Image
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Die internationale Klimapolitik erinnert an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. In ihm wacht der Journalist Phil Connors bekanntlich immer und immer wieder am selben Tag auf, um immer wieder zu erleben, wie ein Murmeltier das Wetter voraussagt. In der Klimapolitik dreht sich diese Endlosschleife – mit einigen Variationen – inzwischen seit rund 20 Jahren. Denn so lange versucht die Weltgemeinschaft, ein Abkommen zum Schutz des Klimas zu erzielen. Ziel ist es, verbindliche Obergrenzen für den Ausstoß von Treibhausgasen für die wichtigsten Länder der Erde festzuschreiben. Herausgekommen ist bislang einzig das Kyoto-Protokoll, in dem sich einige der wichtigsten Industrieländer auf Selbstverpflichtungen festlegten.

Aber auch mit den Erfahrungen des Kyoto-Abkommen konnten sich die wichtigsten Verursacher von Treibhausgasen auf kein Nachfolgeabkommen mit einem wirklich globalen Vorgehen einigen: Von den großen Emittenten ist nur die EU weiter auf Kurs. Die USA und China haben sich bisher zu nichts verpflichten lassen. Und auch Kanada und Japan sind nicht mehr an Bord.

Im Film endet der Murmeltiertag mit einem Happy End. Bei den Klimaverhandlungen ist das leider nicht absehbar und war in den vergangenen Jahren auch nie wirklich der Fall. Die Politik in Deutschland und Europa hofft immer noch, dass man eines Tages aufwacht und ein globales Klimaschutzabkommen unterzeichnet wird. Die Klimaschutzpolitik der EU baut auf diese Hoffnung. Wenn sie sich aber nicht erfüllt und das globale Klimaschutzabkommen ein Traum bleibt, wird sich auch unsere Klimapolitik grundlegend neu aufstellen müssen.

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7. November 2017

Interview mit Jürgen Hacker „Nationale Alleingänge sind in der Klimapolitik kontraproduktiv“Arrow

Immer wieder wird das Emissionshandelssystem der EU dafür kritisiert, das Klima nicht ausreichend zu schützen. Doch trotz einiger Unzulänglichkeiten ist es für den Umweltökonomen Jürgen Hacker der beste Weg, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Im iwd-Interview erklärt der Vorsitzende des Bundesverbands Emissionshandel und Klimaschutz (bvek), wie sich der Zertifikatehandel noch optimieren ließe. mehr auf iwd.de

Europäischer Emissionshandel
IW-Nachricht, 15. Februar 2017

Europäischer Emissionshandel Er funktioniert doch!Arrow

Das Europäische Parlament will die Menge der europäischen Emissionszertifikate stärker beschränken als bisher geplant. Die Industrie soll zunehmend in neue, emissionsärmere Technologien investieren. Für nationale Regierungen – allen voran die Bundesregierung – bedeutet das: Sie sollten sich in Zukunft mit eigenen Plänen zurückhalten. mehr

EEG-Reform
Pressemitteilung, 5. Oktober 2016

EEG-Reform Stromkosten bleiben unberechenbarArrow

Weil die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien mehr kostet, als sie am Markt einspielt, erhalten Anlagenbetreiber einen milliardenschweren Zuschuss. Auch die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ändert daran kaum etwas – im Gegenteil: In den kommenden 10 Jahren dürften die Förderkosten weiter steigen, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt. mehr