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Mit seiner Enzyklika gibt Papst Franziskus wichtige Impulse für das Nachdenken über nachhaltiges Wachstum in Politik, Unternehmen und Gesellschaft. Quelle: Joerg Sabel Fotolia

In der Enzyklika finden sich für alle drei Ebenen der Wirtschaftsethik und für unterschiedliche Themenbereiche hilfreiche Ansätze: So fordert der Papst zu Recht eine ernstgemeinte Gesellschaftsverantwortung der Unternehmen – kurz CSR –, die nicht nur eine Imagekampagne ist (Unternehmensethik). Aber er nimmt auch die Politik in die Pflicht, die Korruption bekämpfen und bessere Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wachstum, Innovation und Kreativität schaffen muss (Ordnungsethik). Letztlich hängt das nachhaltige Wachstum dann von jedem Einzelnen ab – von Führungskräften über Politiker bis hin zu Konsumenten, denen er einen anderen Lebensstil nahelegt (Individualethik).

Dabei betont der Papst, dass bei allen Maßnahmen das Subsidiaritätsprinzip der Katholischen Soziallehre beachtet werden muss, „das auf allen Ebenen Freiheit für die Entwicklung der vorhandenen Fähigkeiten gewährt, zugleich aber von dem, der mehr Macht besitzt, mehr Verantwortlichkeit für das Gemeinwohl fordert.“

Zugleich gibt es von Optimismus und Hoffnung geprägte Textpassagen, die zeigen, dass der Papst keinen grundsätzlichen Widerspruch zwischen Wirtschaft und Ethik oder Markt und Moral sieht: „Es geht darum, den Weg für andere Möglichkeiten zu öffnen, die nicht etwa bedeuten, die Kreativität des Menschen und seinen Sinn für Fortschritt zu bremsen, sondern diese Energie auf neue Anliegen hin auszurichten.“ Und: „Die breite Auffächerung der Produktion bietet der menschlichen Intelligenz äußerst vielfältige Möglichkeiten, zu gestalten und zu erneuern, während sie zugleich die Umwelt schützt und mehr Arbeitsplätze schafft. Das wäre eine Kreativität, die fähig ist, den eigentlichen Adel des Menschen neu erblühen zu lassen, denn es ist würdiger, mutig und verantwortungsvoll die Intelligenz einzusetzen, um im Rahmen eines weiteren Verständnisses dessen, was die Lebensqualität ausmacht, Formen nachhaltiger und gerechter Entwicklung zu finden.“

Manche Argumente hingegen werden eher Wachstumskritiker und Gegner der Marktwirtschaft erfreuen. Immer wieder mahnt der Papst allerdings vor extremen, einseitigen Positionen und fordert zum Dialog auf. Fast alle großen Unternehmen in Deutschland stellen sich bereits heute diesen kritischen Diskursen und fühlen sich nicht nur dem (nachhaltigen) Erfolg verpflichtet, sondern achten auf Reputationsrisiken und übernehmen darüber hinaus Mitverantwortung für die Gesellschaft.

Mehr dazu: Mitverantwortung und Moral – Eine unternehmensethische Reflexion

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