Trotzreaktion bei Ver.di Image
Quelle: Ver.di

Jahrelang sträubte sich Ver.di gegen tarifliche Entgelt-Öffnungsklauseln oder gegen weitere Differenzierungen bei der Arbeitszeit. Auch bei der Reform der Tarifwerke im öffentlichen Dienst ging es nur mühsam voran. Im Jahr 2005 platzte der TdL dann der Kragen. Sie trat aus der Tarifgemeinschaft mit dem Bund und den Kommunen aus und verhandelt seitdem eigenständig. Kurz zuvor hatte bereits Hessen die TdL verlassen, Berlin wurde schon in den neunziger Jahren ausgeschlossen.

Die Zerfransung des Arbeitgeberlagers – Bund, Kommunen, TdL, Berlin und Hessen - ist aus zwei Gründen problematisch: Zum einen verhandeln inzwischen alle zu verschiedenen Zeitpunkten mit den Gewerkschaften. Die Bürger – sie sind die Leidtragenden jeder Tarifauseinandersetzung – werden somit permanent mit (Warn)streiks überzogen. Zum anderen verhandeln die einen, wenn die Wirtschaft rund läuft, die anderen, wenn es bergab geht. Ver.di und Co. ist jedoch der Zeitpunkt der Verhandlungen egal. Sie fordern unisono dieselbe Gehaltssteigerung – Anfang 2008 wollten sie 8 Prozent mehr Geld - ebenso wie heute. Diese Trotzreaktion ist zwar verständlich: Man möchte den Austritt der Länder aus der Tarifgemeinschaft jetzt nicht durch niedrigere Forderungen belohnen. Ver.di tut sich mit dieser Strategie aber auch keinen Gefallen, denn der Öffentlichkeit sind üppige Gehaltsforderungen mitten in der Krise für quasi unkündbare Staatsbedienstete nicht zu vermitteln.

Alle Beteiligten sollten daher ausloten, wie sich die Tarifgemeinschaft wiederherstellen lässt. Für schwache Länder und Kommunen muss es allerdings Öffnungsklauseln geben.

Arndt Kirchhoff im Kölner Stadt-Anzeiger
Interview, 20. November 2017

Arndt Kirchhoff im Kölner Stadt-Anzeiger „Dreht uns nicht den Saft ab” Arrow

Arndt Kirchhoff, IW-Präsident und Chef des Autozulieferers Kirchhoff, äußert sich im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger über Energie, notwendige Investitionen in die Infrastruktur des Landes und den Tarifstreit. mehr

10. Oktober 2017

Hagen Lesch Reallöhne: Arbeitnehmer im PlusArrow

Dass sich Deutschlands gute Wirtschaftslage nicht in den Geldbeuteln der Arbeitnehmer niederschlage, ist ein oft zu hörender Vorwurf – insbesondere aus dem Gewerkschaftslager. Doch die Zeiten sinkender Reallöhne sind lange vorbei. mehr auf iwd.de

Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt: Wechseln ist aufwendig
Interview, 29. September 2017

Holger Schäfer in der Süddeutschen Zeitung Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt: Wechseln ist aufwendigArrow

Wo Lücken gefüllt werden müssen, ist die Fluktuation hoch, sagt IW-Arbeitsmarktökonom Holger Schäfer im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. In Branchen dagegen, die ein hohes Qualifikationsniveau erfordern, ist sie geringer. mehr