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In der Tat ist der Anteil der Beschäftigten, deren Löhne und Arbeitszeiten hierzulande von Tarifverträgen geregelt werden, seit Mitte der 1990er Jahre rückläufig. In der westdeutschen Privatwirtschaft lag die Quote im Jahr 1996 noch bei 66 Prozent, im Jahr 2011 waren es lediglich 48 Prozent.

Allerdings liegen die eigentlichen Ursachen für die zunehmende Ungleichheit zwischen Lohn- und Kapitaleinkommen einerseits und zwischen den niedrigen und hohen Lohneinkommen andererseits ganz woanders, wie die OECD-Studie belegt. Die Einführung neuer Technologien, insbesondere von Informations- und Kommunikationstechnologien, ging einher mit dem Abbau von gut bezahlten Arbeitsplätzen für Geringqualifizierte. Verstärkt wurde dieser Trend durch die zunehmende internationale Vernetzung von Warenströmen und Wertschöpfungsketten sowie die steigende Konkurrenz in arbeitsintensiven Industriesektoren. Dadurch verschlechterten sich die Beschäftigungschancen und die Einkommensposition insbesondere bei Geringqualifizierten.

Wer nun aber die Ausweitung des Niedriglohnsektors und der Lohnungleichheit in Deutschland beklagt, verkennt zugleich, dass es dadurch hierzulande wieder gelungen ist, Arbeitslosen eine Beschäftigungsperspektive zu geben, mit der auch die Chancen auf Einkommenszuwächse verbunden sind.

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26. September 2017

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Häufig wird in der deutschen Gerechtigkeitsdebatte auf die relativ hohe Vermögensungleichheit verwiesen. Wie ein internationaler Vergleich zeigt, ist diese Ungleichheit allerdings nichts Ungewöhnliches: Sie ist meist dort besonders hoch, wo der Staat über ausgeprägte Sicherungssysteme verfügt – wie die Bundesrepublik. mehr auf iwd.de

Seit 2005 hat sich die Einkommensschere nicht weiter geöffnet
Interview, 21. September 2017

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Ein „bedingungsloses Kapitaleinkommen“ für alle Bürger steht seit Längerem zur Debatte. Es soll die soziale Ungleichheit bekämpfen. Die soziale Ungleichheit habe nur zeitweise zugenommen, sagt die Ökonomin Judith Niehues vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr

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Im Wahlkampf kommt die Debatte über die Mittelschicht wieder hoch. Ob sie schrumpft, ist eine Frage der Definition, und davon gibt es viele. Halten wir uns an die Fakten. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonomin Judith Niehues, erschienen auf Zeit Online. mehr