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In der Tat ist der Anteil der Beschäftigten, deren Löhne und Arbeitszeiten hierzulande von Tarifverträgen geregelt werden, seit Mitte der 1990er Jahre rückläufig. In der westdeutschen Privatwirtschaft lag die Quote im Jahr 1996 noch bei 66 Prozent, im Jahr 2011 waren es lediglich 48 Prozent.

Allerdings liegen die eigentlichen Ursachen für die zunehmende Ungleichheit zwischen Lohn- und Kapitaleinkommen einerseits und zwischen den niedrigen und hohen Lohneinkommen andererseits ganz woanders, wie die OECD-Studie belegt. Die Einführung neuer Technologien, insbesondere von Informations- und Kommunikationstechnologien, ging einher mit dem Abbau von gut bezahlten Arbeitsplätzen für Geringqualifizierte. Verstärkt wurde dieser Trend durch die zunehmende internationale Vernetzung von Warenströmen und Wertschöpfungsketten sowie die steigende Konkurrenz in arbeitsintensiven Industriesektoren. Dadurch verschlechterten sich die Beschäftigungschancen und die Einkommensposition insbesondere bei Geringqualifizierten.

Wer nun aber die Ausweitung des Niedriglohnsektors und der Lohnungleichheit in Deutschland beklagt, verkennt zugleich, dass es dadurch hierzulande wieder gelungen ist, Arbeitslosen eine Beschäftigungsperspektive zu geben, mit der auch die Chancen auf Einkommenszuwächse verbunden sind.

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Deutschlands Mittelschicht ist stabil – gehören Sie dazu?
Gastbeitrag, 15. März 2017

Michael Hüther auf welt.de Deutschlands Mittelschicht ist stabil – gehören Sie dazu?Arrow

Der deutschen Mittelschicht ergeht es angeblich schlecht: schrumpfen soll sie, erodieren oder gar zerbrechen. Doch ein nüchterner Blick auf die Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt ein anderes Bild. Ein Gastbeitrag IW-Direktor Michael Hüther auf welt.de. mehr

IW-Trends, 6. März 2017

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Ein hohes Bildungsniveau ist die beste Voraussetzung für ein hohes Einkommen. Die aktuellen Entwicklungen im Bildungssystem weisen darauf hin, dass immer mehr junge Menschen einen Hochschulabschluss erwerben. Allerdings wirkt sich das aktuelle Wanderungsgeschehen auf die Qualifikationsstruktur der Bevölkerung aus. mehr

Armut in Europa – eine multidimensionale Betrachtung
IW-Trends, 1. März 2017

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Laut Definition der EU gilt als arm, wer aufgrund von Ressourcenmangel Entbehrungen im Lebensstandard hinnehmen muss. Alternativ dazu lässt sich Armut auch über einen Mangel an Verwirklichungschancen messen. Für den multidimensionalen Armutsindex werden weitere Dimensionen betrachtet. Insofern können Einschränkungen in Lebensverhältnissen besser dargestellt werden. mehr