OECD-Studie Image
Quelle: senkaya – Fotolia

Die stabile Entwicklung der Armutsgefährdungsquote in den letzten Jahren zeigt nämlich vor allem eines: Die Einkommensarmen profitieren in gleicher Weise vom Wirtschaftswachstum wie die mittleren Einkommensbereiche. Genau genommen haben die unteren Einkommensbereiche seit 2005 sogar relativ gesehen höhere Einkommenszuwächse verzeichnet als die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung.

Darauf hat nicht zuletzt eine OECD-Studie aus dem vergangenen Jahr hingewiesen. Die Einkommensschere hat sich dadurch leicht geschlossen und die Ungleichheit ist etwas zurückgegangen. Solange sich die Einkommen der Armutsgefährdeten aber prozentual gleich wie die mittleren Einkommen entwickeln, sinkt die Armutsgefährdungsquote trotzdem nicht.

Es ist dennoch richtig, die Gruppen zu identifizieren, die überdurchschnittlich häufig und dauerhaft vom Armutsrisiko betroffen sind. Das sind in Deutschland vor allem Alleinerziehende, Arbeitslose und Menschen aus bildungsfernen Familien, nicht aber Erwerbstätige mit niedrigen Einkommen. Gezielte Maßnahmen wie eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie ein vereinfachter Zugang zu Bildungsmöglichkeiten sind daher zu begrüßen.

Ansprechpartner

2. März 2017

Armut in Europa Armut ist nicht nur eine Frage des EinkommensArrow

Im Wahlkampfjahr 2017 scheint Gerechtigkeit das alles überstrahlende Thema zu sein – nicht nur in Deutschland. Doch wer Armut wirksam bekämpfen will, braucht zuerst einmal eine schlüssige Definition von Armut – sie ausschließlich am geringen Einkommen festzumachen, greift zu kurz. Besser sind multidimensionale Ansätze mit zusätzlichen Kriterien. mehr auf iwd.de

Gerechtigkeitsdebatte
IW-Pressemitteilung, 1. März 2017

Gerechtigkeitsdebatte Mit Bildung gegen ArmutArrow

Deutschland, Frankreich und die Niederlande stecken im Wahlkampf, dabei rückt das Thema Gerechtigkeit wieder in den Mittelpunkt. Viele Politiker fordern eine stärkere Umverteilung. Sinnvoller ist es jedoch, auf Bildung und Arbeit zu setzen, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). mehr

Armut in Europa – eine multidimensionale Betrachtung
IW-Trends, 1. März 2017

Christoph Schröder Armut in EuropaArrow

Laut Definition der EU gilt als arm, wer aufgrund von Ressourcenmangel Entbehrungen im Lebensstandard hinnehmen muss. Alternativ dazu lässt sich Armut auch über einen Mangel an Verwirklichungschancen messen. Für den multidimensionalen Armutsindex werden weitere Dimensionen betrachtet. Insofern können Einschränkungen in Lebensverhältnissen besser dargestellt werden. mehr