Ein Studium ist für den Staat teuer: Im Durchschnitt kostet die adäquate Ausstattung eines einzelnen Studienplatzes 7.200 Euro – pro Jahr. Neben den leeren Kassen der Bundesländer trägt auch die zunehmende Mobilität der Absolventen dazu bei, dass die Länder ihr Studienangebot einschränken und sich einfach auf den Zuzug von anderswo ausgebildeten Absolventen verlassen. An den Hochschulen äußert sich dieses Denken auch in Zulassungsbeschränkungen: Inzwischen ist gut die Hälfte der Bachelorstudiengänge zulassungsbeschränkt, an den bundesweit größten 20 Universitäten sind es laut der Süddeutschen Zeitung sogar 68 Prozent.

Dabei gäbe es einen deutlich besseren Weg, bei den Hochschulen Anreize zu setzen: über eine nachfrageorientierte Hochschulfinanzierung. Sie ist ein Baustein des Konzepts der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln: Statt sich mittelfristig aus der Finanzierung der Hochschulen zurückzuziehen, sollte der Bund sein finanzielles Engagement dauerhaft beibehalten. Die Zahlung der Bundesmittel sollte sich dabei jedoch an der Absolventenzahl der Hochschulen orientieren statt pro zusätzlichem Studienplatz zu fördern. Auf diese Weise würden die Hochschulen belohnt, die viele Studierende zügig zum Abschluss führen.