Die amerikanische Notenbank (Fed) ergreift zudem immer öfter "innovative" Maßnahmen. Sie will zusätzlich zu ihren üblichen geldpolitischen Partnern auch anderen Wertpapierfirmen den Zugang zur direkten Geldversorgung gewähren. Das ist nur folgerichtig, denn das eigentliche System funktioniert mangels gegenseitigen Vertrauens unter den Finanzmarktakteuren zurzeit schlecht. Normalerweise gibt die Zentralbank an wenigen Stellen Liquidität in den Geldmarkt, der sie dann weiterverteilt. Wenn dieser Motor stottert, muss das Geld eben direkt verteilt werden. Die Fed hat ferner die Abwicklung der Investmentbank Bear Stearns erleichtert: Sie gewährte der Käuferbank JPMorgan einen Kredit, der mit Wertpapieren gesichert ist. Das war schlicht eine Finanzierungsunterstützung für JPMorgan, die außerdem mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Kosten für den Steuerzahler erzeugen wird – Aufregung ist also nicht angebracht.

In Europa sieht bis jetzt alles besser aus. Die EZB kann auf eine Zinssenkung verzichten und wird dementsprechend nicht verdächtig, die Konjunktur auf Kosten der Inflation retten zu wollen. Die Liquiditätsspritzen der europäischen Währungshüter haben auch die gesamtwirtschaftlich relevante Geldmenge nicht durcheinander gebracht. Und den ganzen Finanzmarktturbulenzen zum Trotz – noch brauchen EZB-Chef Trichet und Co. auch nicht eingreifen, schließlich ist in Europa die Versorgung der Banken mit Krediten noch im grünen Bereich.