Der Anteil der Niedriglohnbezieher an allen Beschäftigten nimmt zu – laut Statistischem Bundesamt in den vergangenen vier Jahren von 19 auf 21 Prozent. Dahinter verbirgt sich jedoch nicht zwangsläufig ein sozialpolitisches Problem. Denn im fraglichen Zeitraum hat sich auch die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt um 1,4 Millionen erhöht.

Die Ausweitung des Niedriglohnsektors kam zustande, weil viele zuvor Arbeitslose – darunter auch zahlreiche Geringqualifizierte – eine Beschäftigung gefunden haben, wenn auch oft zu geringen Löhnen.

Mit der Aufnahme eines Niedriglohnjobs können die meisten Arbeitslosen ihre soziale Lage klar verbessern, wie eine IW-Untersuchung zeigt: Unter den Arbeitslosen beträgt die Armutsquote rund 60 Prozent, unter den Geringverdienern hingegen nur 16 Prozent. Und: Immerhin ein Viertel der Niedriglohnbeschäftigten schafft innerhalb eines Jahres den Aufstieg in eine höhere Lohngruppe. Demgegenüber müssen die wenigsten Normalverdiener den Abstieg fürchten: Nur 5 Prozent steigen pro Jahr ins Niedriglohnsegment ab.