Niedriglöhne und Einfachjobs Image
Quelle: Fotolia

Während im Jahr 1994 noch 9 Prozent der 15- bis 64-Jährigen zu Löhnen unterhalb der Niedriglohnschwelle von zwei Dritteln des mittleren Lohns (zuletzt: knapp 9 Euro brutto pro Stunde) arbeiteten, stieg der Anteil bis 2009 auf 14 Prozent. Dieser Zuwachs ging jedoch nicht auf Kosten der Normalverdiener, auch deren Anteil legte zu. Rückläufig war vielmehr der Anteil der inaktiven Bevölkerung – Arbeitslose, Hausfrauen etc. Der Niedriglohnsektor hat somit maßgeblich zur Entstehung neuer Arbeitsplätze beigetragen.

Von diesen neuen Jobs steht fast die Hälfte für Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung zur Verfügung. Lediglich ein Drittel der Niedriglohnbeschäftigten ist qualifiziert und auch im erlernten Job tätig. Nicht einmal die Hälfte der Niedriglohnarbeitsplätze sind Vollzeitstellen, die Mehrheit sind Minijobs und Teilzeitplätze.

Deshalb machen die Erwerbseinkommen vieler Niedriglohnbeschäftigungen auch nur einen Teil des gesamten Haushaltseinkommens aus. Somit ist Niedriglohn auch nicht gleichbedeutend mit einer sozialen Notlage: Nur 16 Prozent der Niedriglöhner sind gleichzeitig arm. Bei den Arbeitslosen sind es 61 Prozent.

2. Juni 2017

Hagen Lesch Mindestlohn bringt Tarifbindung in GefahrArrow

Mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns 2015 sind in vielen Branchen die Tariflöhne verdrängt und die Lohnabstände zwischen gelernten und ungelernten Tätigkeiten verringert worden. Das könnte die Tarifbindung schwächen. mehr auf iwd.de

IW-Report
IW-Report, 22. Mai 2017

Hagen Lesch Mindestlohn und TarifgeschehenArrow

Seit Anfang 2015 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn. Um die Auswirkungen auf das Tarifgeschehen zu untersuchen, hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Experten aus acht Branchen befragt, die unmittelbar vom Mindestlohn betroffen sind. mehr

Pressemitteilung
Pressemitteilung, 22. Mai 2017

Hagen Lesch Branchenbefragung: Mindestlohn statt TariflohnArrow

Der Mindestlohn hat die Tarifverhandlungen komplizierter gemacht und manchen Tariflohn verdrängt. Wie eine Befragung von acht Branchenverbänden durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt, sehen einige Verbände darin einen erheblichen Eingriff in die Tarifautonomie. mehr