Neues Rentenkonzept Image
CDU-Abgeordneter Jens Spahn, Quelle: Jens Spahn

Wer Zeit seines Arbeitslebens nur wenig in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hat und im Alter mit seiner Rente unter dem Sozialhilfe-Niveau landet, hat in der Regel Anspruch auf die Grundsicherung im Alter, das heißt der Staat stockt die Rente auf durchschnittlich 688 Euro auf. Ausgenommen vom staatlichen Zuschuss sind diejenigen, die über ausreichend Einkommen etwa aus Vermögen verfügen oder vom Ehepartner versorgt werden.

Bisher ist es bei Rentnern in der Grundsicherung so, dass auch die Zusatzansprüche aus Riester-Rente und betrieblicher Vorsorge mit dem Zuschuss aus Steuermitteln verrechnet werden. Wer also trotz eines kleinen Einkommens privat vorsorgt, hat davon im Alter häufig keinen Vorteil. Nach den Vorstellungen einiger Parlamentarier um Jens Spahn und Philipp Mißfelder (beide CDU) sollen die Ansprüche aus der privaten Vorsorge künftig nicht mehr voll auf die Grundsicherung angerechnet werden. So sollen Geringverdiener einen Anreiz bekommen, zusätzlich für das Alter zu sparen.

Der Vorschlag beruht jedoch auf einem grundlegenden Missverständnis über die Aufgabe der Grundsicherung. Sie soll ein menschenwürdiges Leben im Falle von Bedürftigkeit ermöglichen. Würde das neue Rentenkonzept Realität, gäbe es aber mit einem Mal unterschiedliche Begriffe von Menschenwürde und Bedürftigkeit. Wer zum Beispiel in eine Lebensversicherung eingezahlt hat, muss im Alter trotz geringer Rente erst sein Kapital aufzehren, bevor er Grundsicherung erhält. Wer dagegen in eine geförderte Riester-Rente investiert hat, bekäme sofort die Grundsicherung und hätte zudem noch die Riester-Rente. Je nachdem, welche Art des Sparens jemand wählt, würden also andere Maßstäbe für Bedürftigkeit und Menschenwürde angelegt.

27. April 2017

Alterssicherung Rentenpolitik: Die Jungen sind die DummenArrow

Mit der Mütterrente und der abschlagfreien Rente mit 63 hat die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD nach der Wahl von 2013 Geschenke verteilt. Neue Berechnungen des IW Köln zeigen jetzt: Die beiden Neuregelungen kommen die Jungen teurer zu stehen als seitens der Regierung veranschlagt. Würde die Mütterrente noch einmal ausgeweitet, wie es die CSU erwägt, wären die Zusatzkosten immens. mehr auf iwd.de

Be careful with benchmarking in pension policy
IW-Nachricht, 17. März 2017

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The Eurogroup will look into the possibility of introducing benchmarking in pension policy. Most European pension systems face a similar demographic challenge. Yet, they differ in many aspects. If this is not taken into account, a benchmarking process is likely to fail its purpose. mehr

14. März 2017

Sozialpolitik Agenda 2010 – die Reformen in der gesetzlichen RentenversicherungArrow

Die Agenda 2010 verbinden heute viele Menschen hauptsächlich mit „Hartz IV“. Dabei hat die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab dem Jahr 2003 nicht nur auf dem Arbeitsmarkt Reformen angestoßen. Auch in der Rentenversicherung gab es zahlreiche Neuerungen, von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet hat. mehr auf iwd.de