Neues Rentenkonzept Image
CDU-Abgeordneter Jens Spahn, Quelle: Jens Spahn

Wer Zeit seines Arbeitslebens nur wenig in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hat und im Alter mit seiner Rente unter dem Sozialhilfe-Niveau landet, hat in der Regel Anspruch auf die Grundsicherung im Alter, das heißt der Staat stockt die Rente auf durchschnittlich 688 Euro auf. Ausgenommen vom staatlichen Zuschuss sind diejenigen, die über ausreichend Einkommen etwa aus Vermögen verfügen oder vom Ehepartner versorgt werden.

Bisher ist es bei Rentnern in der Grundsicherung so, dass auch die Zusatzansprüche aus Riester-Rente und betrieblicher Vorsorge mit dem Zuschuss aus Steuermitteln verrechnet werden. Wer also trotz eines kleinen Einkommens privat vorsorgt, hat davon im Alter häufig keinen Vorteil. Nach den Vorstellungen einiger Parlamentarier um Jens Spahn und Philipp Mißfelder (beide CDU) sollen die Ansprüche aus der privaten Vorsorge künftig nicht mehr voll auf die Grundsicherung angerechnet werden. So sollen Geringverdiener einen Anreiz bekommen, zusätzlich für das Alter zu sparen.

Der Vorschlag beruht jedoch auf einem grundlegenden Missverständnis über die Aufgabe der Grundsicherung. Sie soll ein menschenwürdiges Leben im Falle von Bedürftigkeit ermöglichen. Würde das neue Rentenkonzept Realität, gäbe es aber mit einem Mal unterschiedliche Begriffe von Menschenwürde und Bedürftigkeit. Wer zum Beispiel in eine Lebensversicherung eingezahlt hat, muss im Alter trotz geringer Rente erst sein Kapital aufzehren, bevor er Grundsicherung erhält. Wer dagegen in eine geförderte Riester-Rente investiert hat, bekäme sofort die Grundsicherung und hätte zudem noch die Riester-Rente. Je nachdem, welche Art des Sparens jemand wählt, würden also andere Maßstäbe für Bedürftigkeit und Menschenwürde angelegt.

IW-Report, 15. August 2017

Susanna Kochskämper Auswirkung einer längeren Lebensarbeitszeit auf die RentenversicherungArrow

Muss eine zunehmende Zahl von Rentnern von tendenziell weniger Beschäftigten finanziert werden, steigt die durchschnittliche Belastung für den einzelnen Arbeitnehmer. Der IW-Report zeigt, wie sich eine höhere Regelaltersgrenze auf die Finanzierung der Rentenversicherung auswirken kann. mehr

Gastbeitrag, 11. August 2017

Michael Hüther im Handelsblatt Problem AlterArrow

Die kommende Legislaturperiode wird die letzte sein, in der Deutschland in demografischer Hinsicht gut dasteht. Denn die Generation der Babyboomer ist dann überwiegend noch erwerbstätig. Danach werden die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach in Rente gehen. In einem Gastkommentar im Handelsblatt fordert IW-Direktor Michael Hüther die generelle Erhöhung des Renteneintrittsalters. mehr

A new chance for private pension saving?
IW-Kurzbericht, 7. August 2017

Markus Demary / Susanna Kochskämper A new chance for private pension saving? Arrow

The European Commission aims at strengthening the cross-border provision of pension products by the introduction of Pan-European Personal Pensions (PEPP) as a new regime on top of existing national frameworks. However, a pre-requisite for the success of PEPP will be the support of the national legislators for this framework. mehr