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Es sind nicht nur die rückläufigen Schulabgängerzahlen, die ausbildenden Unternehmen vor allem in Ostdeutschland zu schaffen machen: Immer mehr junge Leute drängen an die Hochschulen, statt eine Ausbildung zu machen. Inzwischen ist der Anteil der Studienabsolventen an der Bevölkerung auf 30 Prozent gestiegen; im Jahr 2000 waren es gerade einmal knapp 16 Prozent. Für Unternehmen, die sich in der Ausbildung engagieren, ist es mittlerweile oft sehr schwierig, Ausbildungsplätze zu besetzen.
Im Wettbewerb um Auszubildende ist daher zweierlei entscheidend:

Zum einen müssen sich Ausbildungsbetriebe bemühen, alle Jugendlichen anzusprechen – auch die sogenannten speziellen Zielgruppen. Hierzu zählen unter anderem Jugendliche mit Behinderung oder sozialer Benachteiligung beispielsweise durch ein einkommensschwaches Elternhaus. Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen bietet hier das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (www.fachkraeftesichern.de).

Zum anderen gilt es, die duale Ausbildung noch attraktiver zu gestalten, etwa durch die Vermittlung von Zusatzqualifikationen. Beispiele sind technische Fähigkeiten in kaufmännischen Ausbildungen oder Fremdsprachenkenntnisse. Auch die Möglichkeit, einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren, gehört dazu. Knapp ein Viertel der ausbildungsaktiven Unternehmen bietet heute schon Zusatzqualifikationen an, weitere 10 Prozent planen es.

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Ausbildungsplätze
IW-Nachricht, 2. November 2017

Regina Flake Ausbildungsplätze: Chancen nutzenArrow

Rein rechnerisch ist der Ausbildungsmarkt laut Bundesagentur für Arbeit (BA) sehr ausgeglichen: 549.800 Berufsausbildungsstellen standen 547.800 Bewerber gegenüber. Dennoch bleiben viele Stellen unbesetzt, gleichzeitig finden junge Menschen keinen Ausbildungsplatz. Schulen und Unternehmen müssen handeln. mehr

Gutachten, 26. Oktober 2017

Regina Flake / Lydia Malin / Paula Risius Ausbildung oder Studium? Arrow

Unternehmen können immer mehr Ausbildungsstellen nicht besetzen. Dies birgt die Gefahr, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen mittelfristig ihre Ausbildungsaktivitäten zurückfahren, was gravierende Auswirkungen auf die Fachkräftesituation auf dem Arbeitsmarkt hätte. mehr

IW-Trends, 26. Oktober 2017

Regina Flake / Lydia Malin / Paula Risius Bildungsentscheidung von Abiturienten für Ausbildung oder StudiumArrow

Der Anteil der Abiturienten unter den Schulabgängern steigt seit vielen Jahren an. Inzwischen erwirbt mehr als die Hälfte eines Jahrgangs die Hochschulzugangsberechtigung und die Anzahl der Studienanfänger hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Gleichzeitig brechen 29 Prozent ihr Studium vorzeitig ab. Das zeigt, dass die Entscheidung für ein Studium nicht für alle Studienanfänger optimal ist. mehr