2,6 Millionen oder 9 Prozent der Arbeitnehmer hatten im Jahr 2013 neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung noch eine geringfügige Nebenbeschäftigung – so viele wie nie seit Einführung der Statistik im Juni 2003. Für diese Entwicklung sind verschiedene Begründungen denkbar:

  • Die sogenannten geringfügigen Nebenjobs sind für Arbeitnehmer abgabenfrei. Deshalb lohnen sie sich oftmals mehr als eine entsprechende Ausweitung der Arbeitszeit im Hauptjob: Bei 8,50 Euro Stundenlohn müsste ein Arbeitnehmer in Vollzeit rund 17 Euro im Hauptjob verdienen, damit sich dieser mehr lohnt als der Minijob.
  • Die Arbeitnehmer erfüllen sich mit dem zusätzlichen Verdienst zusätzliche Konsumwünsche, wie zum Beispiel eine teure Reise.
  • Die Hauptbeschäftigung ist nur ein Teilzeitjob, bei dem die Arbeitszeit nicht wie gewünscht ausgeweitet werden kann. Als Alternative bleibt also nur ein zusätzlicher Minijob.
  • Arbeitnehmer brauchen den Zusatzjob, um über die Runden zu kommen.

Gerade für die letzte Begründung gibt es allerdings wenig Anhaltspunkte. Denn gegen sie spricht unter anderem, dass es die höchsten Zusatzjob-Quoten in Regionen gibt, in denen es viel Arbeit gibt, und nicht etwa dort, wo die Löhne niedrig sind: Während in Baden-Württemberg 11 Prozent der Beschäftigten einen Nebenjob haben, sind es in den neuen Ländern nur 5 Prozent.