Zu Lasten der Jungen Image
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Während westdeutsche Mütter oder Väter, deren Kinder 1992 oder später geboren wurden, für Erziehungszeiten bis zu 84,42 Euro pro Monat mehr bekommen (in Ostdeutschland sind es bis zu 77,22 Euro pro Monat), erhalten die Eltern älterer Kinder lediglich 28,14 Euro (25,74 Euro). Diese Ungleichbehandlung ist vor allem Unionspolitikern ein Dorn im Auge. Deshalb sieht die schwarz-rote Koalitionsvereinbarung für Letztere eine Verdoppelung der „Mütterrente“ vor.

Die anfänglichen Mehrkosten von schätzungsweise 6,5 Milliarden Euro sollen aus den Rücklagen der Rentenkasse finanziert werden. Die sind aber spätestens 2015 aufgezehrt, wenn der Beitragssatz – wie das geltende Rentenrecht vorschreibt - im Januar 2014 auf 18,3 Prozent sinkt. Ab 2015/2016 müssten die Beitragszahler deshalb dauerhaft 0,7 Prozentpunkte mehr zahlen, um das Rentengeschenk der Großen Koalition zu finanzieren.

Und es kommt noch schlimmer: Offenbar planen die angehenden Koalitionäre gänzlich auf die Senkung des Renten-Beitragssatzes zu verzichten. Dann müssten Arbeitnehmer und Arbeitgeber schon ab Januar für die Zusatzkosten blechen.

Die Zeche zahlen also vor allem jene, die noch länger im Erwerbsleben stehen. Begünstigt werden derweil auch Frauen, die bereits gesetzliches Ruhegeld beziehen. Die haben aber womöglich noch von großzügigen Vorruhestands- und Übergangsregeln profitiert, von denen die heutigen Beitragszahler nur träumen können.

Selbst das vorgebliche Ziel der Armutsprävention kann diesen Schritt nicht rechtfertigen. Denn hier werden mit der Gießkanne Geschenke verteilt, ohne nach der Bedürftigkeit der Betroffenen zu fragen. Andererseits werden jene, die wirklich auf Hilfe angewiesen sind, mit diesem Almosen kaum den Sprung über die Armutsgrenze schaffen.

Ansprechpartner

Be careful with benchmarking in pension policy
IW-Nachricht, 17. März 2017

Pension Systems Be careful with benchmarking in pension policyArrow

The Eurogroup will look into the possibility of introducing benchmarking in pension policy. Most European pension systems face a similar demographic challenge. Yet, they differ in many aspects. If this is not taken into account, a benchmarking process is likely to fail its purpose. mehr

14. März 2017

Sozialpolitik Agenda 2010 – die Reformen in der gesetzlichen RentenversicherungArrow

Die Agenda 2010 verbinden heute viele Menschen hauptsächlich mit „Hartz IV“. Dabei hat die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab dem Jahr 2003 nicht nur auf dem Arbeitsmarkt Reformen angestoßen. Auch in der Rentenversicherung gab es zahlreiche Neuerungen, von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet hat. mehr auf iwd.de

IW policy paper, 14. März 2017

Jochen Pimpertz Kosten der schwarz-roten Rentenpolitik – eine HeuristikArrow

Die Bundestagswahl 2017 wirft ihre Schatten voraus. Das kommt auch in den unterschiedlichen Argumenten zur gesetzlichen Rentenversicherung zum Ausdruck, die die Vertreter der verschiedenen Parteien und Interessengruppen derzeit in den Medien vortragen. Jochen Pimpertz hat drei aktuelle Fragen zur schwarz-roten Rentenpolitik aufgegriffen. mehr