Image
Quelle: Fotolia

Aktuell gibt es keine Anzeichen einer Kreditklemme. Die Unternehmen können sich sogar heute leichter finanzieren als noch vor 12 Monaten. Zwar sagt fast ein Viertel der Betriebe, dass sich ihre Finanzierungsbedingungen verschlechtert hätten. Doch dies sind zum einen 5 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr, und zum anderen ist das einer der niedrigsten Anteile an Negativmeldungen der vergangenen Jahre.

Es ist allerdings durchaus nicht alles in Butter. Gerade kleine Firmen haben Schwierigkeiten, Bankkredite zu bekommen. Von den Betrieben mit bis zu einer Million Euro Umsatz beklagt ein Drittel verschlechterte Kreditbedingungen. Dagegen profitieren die Großunternehmen ab 50 Millionen Euro Umsatz von den niedrigen Zinsen. Hier halten sich Negativeinschätzungen und positive Bewertungen (die die Unternehmen traditionell selten abgeben) mit je 15 Prozent die Waage. Dass die Banken den Firmen den Geldhahn nicht abdrehen, hat auch mit den verbesserten Unternehmensratings zu tun. Die zunehmende Bonität ist auf weiter steigende Eigenkapitalquoten und eine stabile Geschäftslage zurückzuführen.

Kurz erklärt: Der Mittelstand in Zahlen

Schließt man Kleinbetriebe mit ein, gehören in der Bundesrepublik 99,7 Prozent aller Unternehmen zum Mittelstand – denn all diese Firmen haben weniger als 500 Beschäftigte, was hierzulande als Grenze zum Großunternehmen gilt. Für die EU dagegen liegt das Limit schon bei 250 Beschäftigten. Damit gibt es in Deutschland etwa 3,7 Millionen kleine und mittlere Unternehmen. Zwei Millionen von ihnen beschäftigen sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. Die übrigen 1,7 Millionen sind Kleinstbetriebe, in denen nur der oder die Eigentümer/in und eventuell noch Familienangehörige oder geringfügig Beschäftigte arbeiten. Insgesamt entfallen auf die Betriebe mit weniger als 500 Mitarbeitern 79 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer in Deutschland. Je nach Berechnungsmethode fällt dieser Anteil jedoch geringer aus – zum Beispiel, wenn man als zweites Mittelstandskriterium einen maximalen Jahresumsatz von 50 Millionen Euro hinzunimmt, wie es die EU und das Institut für Mittelstandsforschung tun. Dann sinkt der Anteil des Mittelstands an allen in Deutschland sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf knapp 61 Prozent.

Ansprechpartner

Hubertus Bardt im ÖkonomenBlog
Gastbeitrag, 13. Oktober 2017

Hubertus Bardt im ÖkonomenBlog Mit Investitionen den Wohlstand der Zukunft sichernArrow

Deutschland geht es auf den ersten Blick glänzend. Hohe Beschäftigung, ausgeglichener Haushalt und eine stabile Konjunktur. Doch damit das so bleibt, braucht Deutschland eine Investitionsagenda. mehr

Investitionen: Was Deutschland jetzt braucht
Presseveranstaltung, 5. Oktober 2017

Pressekonferenz mit Livestream Investitionen: Was Deutschland jetzt brauchtArrow

Auf den ersten Blick scheint es der deutschen Wirtschaft gut zu gehen: Rekord-Exporte und eine historisch niedrige Arbeitslosigkeit sorgen seit Jahren für hohe Haushaltsüberschüsse. Doch unter der glänzenden Oberfläche gibt es tiefe Risse. mehr