Die nationale Bilanz ist eindeutig: In den Jahren 2006 und 2007 sind hierzulande durch Arbeitskämpfe 430.000 bzw. 290.000 Arbeitstage ausgefallen. Im langjährigen Durchschnitt waren es nur 160.000 Tage. Trotzdem gingen die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften in den beiden Jahren um etwa 2 bis 3 Prozent zurück. Dass sich Arbeitskämpfe in Einzelfällen positiv auf die Mitgliederzahlen auswirken können, hängt vom Streikgegenstand ab. Positiv wirkt sich vor allem aus, wenn ganz gezielt für die Interessen spezifischer Berufsgruppen gestreikt wird. Hiermit hatten einige Spartengewerkschaften wie die Pilotenvereinigung Cockpit oder die Lokführergewerkschaft GDL Erfolg, neuerdings auch die GEW. Letztere hat gezielt für einzelne Berufsgruppen im Erziehungswesen gestreikt und eine eigene Entgelttabelle mit höherer Bezahlung durchgesetzt. Diese Taktik lässt sich jedoch nicht beliebig duplizieren.

Streiks sind auch aus internationaler Sicht kein Erfolg versprechendes Mittel der Mitgliederwerbung. Das zeigt der Blick nach Frankreich, wo sich zwar ein Generalstreik an den anderen reiht, der gewerkschaftliche Organisationsgrad trotzdem viel niedriger ist als hierzulande.