MINT-Fachkräftesicherung Image
Quelle: imtmphoto Fotolia

Immer mehr junge Menschen wollen studieren – und das hat auch positive Auswirkungen auf den Fachkräftemangel. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Studierenden und Absolventen deutlich gestiegen, insbesondere in den MINT-Fächern. Insgesamt hat die Akademisierung in den letzten Jahren dazu geführt, dass 95.000 MINT-Akademiker mehr die Hochschulen verlassen haben als noch 2009 prognostiziert.

Zudem zogen immer mehr Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland. Die Nettozuwanderung lag zwischen 2010 und 2014 bei rund 1,6 Millionen Menschen. Zum Vergleich: In den fünf Jahren zuvor waren es weniger als 100.000 Zuwanderer. Unter den Neuzuwanderern sind anteilig deutlich mehr MINT-Akademiker vertreten als in der deutschen Bevölkerung. Viele dieser Fachkräfte aus Süd- und Osteuropa sind aufgrund der Freizügigkeit und der Folgen der Finanzkrise in ihren Heimatländern nach Deutschland gekommen. Zugleich ist trotz der sehr dynamischen Zuwanderung die Arbeitslosigkeit unter MINT-Akademikern leicht gesunken. Das zeigt, dass die Zuwanderer steigende Engpässe reduziert und nicht inländische Fachkräfte verdrängt haben.

Und auch die Unternehmen haben in den vergangenen fünf Jahren auf steigende Engpässe reagiert und bemühen sich vermehrt um ältere Fachkräfte: Die Beschäftigung der über 55-Jährigen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Allein die Erwerbstätigenquote der 60- bis 64-Jährigen ist im Zeitraum von 2010 bis 2012 von 60 auf 65 Prozent gestiegen. Auch immer mehr über 65-Jährige sind erwerbstätig.

All diese Fortschritte sind dennoch kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Selbst wenn man weitere Verbesserungen berücksichtigt, werden aufgrund des demografischen Wandels bis zum Jahr 2029 wichtige Fachkräfte fehlen.

Studie für den Verein Deutscher Ingenieure

Oliver Koppel: Szenariomodell Ingenieurarbeitsmarkt – Die künftige Entwicklung von Arbeitskräfteangebot und -nachfrage bis zum Jahr 2029

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Arbeit für Flüchtlinge
Gastbeitrag, 22. Juni 2017

Regina Flake in der Welt Arbeit für FlüchtlingeArrow

Wenn Politik und Wirtschaft eng zusammenarbeiten und die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gelingt, kann Deutschland vom Zuzug profitieren. Den Fachkräfteengpass wird dies aber kurzfristig kaum abmildern, schreibt IW-Ökonomin Regina Flake in einem Gastbeitrag für der Welt. mehr

22. Juni 2017

Berit Schmiedendorf 110.000 neue BundesbürgerArrow

Rund 110.000 Ausländer haben sich im Jahr 2016 in Deutschland einbürgern lassen - gut 3.000 mehr als 2015. In den Jahren 2013 und 2014 war die Zahl der neuen Bundesbürger noch zurückgegangen. mehr auf iwd.de

Es gibt keine Krise bei Facharbeitern
IW-Nachricht, 14. Juni 2017

Holger Schäfer Arbeitsmarkt: Es gibt keine Krise bei FacharbeiternArrow

Einer neuen OECD-Studie zufolge ist der Anteil von Arbeitsplätzen mit mittlerer Qualifikation auch in Deutschland stark gesunken. Grund ist die Digitalisierung – dafür steigt die Beschäftigung der Hoch- und Niedrigqualifizierten. Allerdings gibt es für diese These zumindest hierzulande keine Belege. mehr