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Nach den Plänen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) soll künftig insbesondere im unteren Einkommensbereich der Arbeitgeber den Großteil der Sozialversicherungsbeiträge allein tragen. Der Arbeitnehmerbeitrag liegt anfangs bei null und steigt mit dem Einkommen langsam an, bis bei einem Einkommen von 800 Euro brutto die Parität erreicht wäre. Das Ziel der Übung ist, mehr Arbeitnehmern eine „auskömmliche“ Entlohnung zu bieten und Minijobs in reguläre Teilzeitstellen umzuwandeln. Das Kalkül der Gewerkschaft: Für den Arbeitgeber ist es letztlich von den Sozialabgaben her billiger, eine Teilzeitkraft für 800 Euro zu beschäftigen, als zwei Minijobber für 400 Euro.

Diese Rechnung geht jedoch nicht unbedingt auf: Wenn sich Beschäftigungsverhältnisse mit wenigen Wochenstunden verteuern, können die Unternehmen diese nicht gleich in Teilzeitstellen umwandeln. Der Einzelhändler, der für den Samstagmittag eine Aushilfe braucht, benötigt diese eben nicht auch an den anderen Tagen der Woche. Es bleibt also beim Status Quo. Wenn die Aushilfskraft für den Samstag allerdings teurer wird, ist er versucht, die höheren Kosten pro Stunde durch Einsparungen bei der Arbeitszeit zu kompensieren.

Auch aus Arbeitnehmersicht werden Beschäftigungsfallen eher auf- als abgebaut. Wer im DGB-System eine Lohnerhöhung erhielte, würde einen erheblichen Teil durch die Progression des Sozialversicherungsbeitragssatzes wieder verlieren. Dadurch entsteht ein Anreiz, die Zahl der Wochenstunden gering zu halten. Für Empfänger von ergänzendem Arbeitslosengeld II bliebe ohnehin alles beim Alten – ihr verfügbares Einkommen wäre von der Neuregelung gar nicht beeinflusst.

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Minijobber zufriedener als behauptet
IW-Nachricht, 25. April 2017

Geringfügige Beschäftigung Minijobber zufriedener als behauptetArrow

Arbeitnehmer wünschen sich sichere, gut bezahlte und interessante Jobs. Soweit das erwartbare Ergebnis einer nicht-repräsentativen Befragung der IG Metall. Überraschend ist dagegen, dass die Mehrheit der Beschäftigten laut der Umfrage eine Abschaffung der geringfügigen Beschäftigung wünscht. Das steht im Widerspruch zu anderen empirischen Befunden. mehr

Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft
IW-Report, 30. März 2017

Dominik H. Enste Schwarzarbeit und SchattenwirtschaftArrow

Über Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft wird vor allem in Zeiten von wirtschaftlichen Krisen gesprochen. Sie dienen dann als eine Art Puffer und gleichen die Härten einer Rezession gerade für Personen mit geringeren oder mittleren Einkommen aus. Gerade in Südeuropa ist Schattenwirtschaft weitverbreitet. mehr

Schwarzarbeit
IW-Pressemitteilung, 30. März 2017

Haushaltshilfen Schwarzarbeit weit verbreitetArrow

Die Bundesrepublik versucht seit genau 60 Jahren per Gesetz die Schwarzarbeit einzudämmen – mit äußerst mäßigem Erfolg, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt: 75 bis 83 Prozent aller Haushaltshilfen in Deutschland sind nicht angemeldet. mehr