Neues vom Kaufkraftargument Image
Quelle: Fotolia

Die Berechnungen berücksichtigen nämlich nicht, dass der Mindestlohn nicht nur positive Konsequenzen hat: Durch entsprechende Vorgaben sinken die Unternehmensgewinne, was Kaufkraft und die Mittel für Investitionen reduziert. Außerdem würden durch einen Mindestlohn gegebenenfalls Arbeitsplätze für weniger qualifizierte Beschäftigte wegfallen oder ins Ausland verlagert. Beides führt am Ende zu merklichen Wachstumseinbußen.

Die Schlussfolgerung der Gewerkschaften aus den Zahlen der Pestel-Studie, wonach der Mindestlohn ein eigenständiges Konjunkturprogramm sein könnte, ist demnach höchst fahrlässig. Das IW Köln hat schon im Jahr 2011 in einer Studie (IW-Trends 4/2011) darauf hingewiesen, dass die Erwerbseinkommen nur dann um gut 19 Milliarden Euro ansteigen, wenn durch einen Mindestlohn keinerlei negative Beschäftigungswirkungen angestoßen werden. Fallen dagegen Arbeitsplätze weg, bleiben nur 15,6 Milliarden Euro an zusätzlichem Einkommen übrig. Natürlich bedeutet auch diese Summe zusätzliche Kaufkraft, doch die fehlt dann auf Unternehmensseite – letztlich wird das Geld also kurzfristig nur von einer Tasche in die andere verschoben. Langfristig drohen sogar, wie beschrieben, erhebliche negative Folgen für die Wirtschaft.

Ansprechpartner

Regionale Armut in Deutschland
IW-Analyse, 27. Februar 2017

Klaus-Heiner Röhl / Christoph Schröder Regionale Armut in DeutschlandArrow

Die in der Öffentlichkeit geführte Verteilungsdebatte wird meist von – negativ besetzten – Stereotypen dominiert. Durch diese Pauschalisierungen wird der Blick darauf verstellt, wo konkret Handlungsbedarf besteht, welchen Gruppen wie am besten zu helfen ist und welche Regionen am meisten von Armut und Ungleichheit betroffen sind. mehr

Gastbeitrag, 29. Dezember 2016

Christoph Schröder in der Fuldaer Zeitung Mindestlohn belastet den ArbeitsmarktArrow

Zwei Jahre nach der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zieht Christoph Schröder, Experte für Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, in einem Gastbeitrag für die Fuldaer Zeitung eine ernüchternde Bilanz. mehr

Regionale Armut
IW-Pressemitteilung, 5. Dezember 2016

Regionale Armut Auf die Preise kommt es anArrow

Der Westen Deutschlands ist reich, der Osten arm – so pauschal läuft häufig die Armutsdebatte. Tatsächlich aber stehen vor allem westdeutsche Städte schlecht da, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Die Politik könnte gegensteuern. mehr