Mindestlohn Image
Quelle: Fotolia

Auf den ersten Blick passen zwei neue Umfrageergebnisse zum Thema Mindestlohn nicht zusammen. Nach einer Befragung von Infratest dimap im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) befürworten 85 Prozent der Bundesbürger die Einführung von Mindestlöhnen. Selbst unter den liberalen Wählern würden sie immer salonfähiger, sagt der DGB. In einer parallel veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Handelsblatts rangiert das Thema Mindestlohn dagegen bei den politischen Themen nur im Mittelfeld. Während 45 Prozent der Befragten mehr Jobs und 44 Prozent eine bessere Bildung als dringlichste Aufgabe einer neuen Bundesregierung sehen, finden nur halb so viele einen Mindestlohn oder höhere Steuern für Reiche wichtig.

Die hohe Zustimmung zum Mindestlohn in der DGB-Umfrage entspricht sicher dem verbreiteten Bedürfnis, Arbeit auch fair zu bezahlen. Dennoch wissen die Bundesbürger, dass in der Krise Jobs und Bildungsinvestitionen Vorrang haben vor Mindestlohn- und Neiddebatten. Der Vorstoß des Berliner Senats mag sozialpolitisch erwünscht sein, in Zeiten mauer Steuereinnahmen ist er aber ein teurer Luxus.

19. April 2017

Tarifkonflikte Konkurrierende Gewerkschaften: Wadenbeißer gegen PlatzhirscheArrow

Kleine Gewerkschaften wie die Piloten- und die Lokführerorganisationen ziehen oft auffallend konfliktfreudig in ihre Tarifverhandlungen. Besonders stark schaukeln sich Revierkämpfe mit den etablierten Branchengewerkschaften auf, wie eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt. mehr auf iwd.de

Schlichtung ist weiterhin nötig
IW-Nachricht, 20. März 2017

Tarifverhandlungen Berliner Flughäfen Vermitteln reicht nichtArrow

Nachdem die Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen gescheitert sind, soll nun der ehemalige Berliner Innensenator Ehrhart Körting vermitteln. Dieser Schritt ist richtig, reicht aber nicht aus. Denn im Gegensatz zu einem Schlichter nimmt Körting als Mediator keinen inhaltlichen Einfluss auf die Verhandlungen. mehr