Mindestlohn Image
Quelle: Fotolia

In Branchen mit geringer oder ohne Tarifbindung ist es schon heute nach dem Mindestarbeitsbedingungsgesetz möglich, eine Lohnuntergrenze festzulegen. Bislang wurde von dieser Möglichkeit aber noch kein Gebrauch gemacht. Für den neuen Vorschlag spricht, dass es verfahrensmäßig einfacher und unbürokratischer ist, tariffreie Zonen durch eine einheitliche Lohnuntergrenze zu regeln. Die ursprünglich vorgesehene Orientierung an der Zeitarbeit macht wenig Sinn, weil die Arbeitnehmerüberlassung zwar viele Geringqualifizierte beschäftigt, diese aber längst nicht in allen Branchen einsetzt, sondern nur dort, wo es sich auch lohnt. Das Geschäftsmodell der Zeitarbeit basiert auf einem Stundenlohn von mindestens 7 Euro, der eben nicht überall erwirtschaftet werden kann.

Die nun vorgeschlagene Ausrichtung an den vorhandenen tariflichen Branchenmindestlöhnen nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz ist allerdings auch problematisch: Mit rund 7 bis 11 Euro ist der Korridor in der untersten Mindestlohnstufe schon sehr breit. Die Gewerkschaften könnten ihre Verhandlungspartner in Branchen mit einem geringen tariflichen Mindestlohn unter Druck setzen, höheren Löhnen zuzustimmen - mit dem Ziel, den Weg für höhere Lohnuntergrenzen freizumachen.

Arndt Kirchhoff im Kölner Stadt-Anzeiger
Interview, 20. November 2017

Arndt Kirchhoff im Kölner Stadt-Anzeiger „Dreht uns nicht den Saft ab” Arrow

Arndt Kirchhoff, IW-Präsident und Chef des Autozulieferers Kirchhoff, äußert sich im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger über Energie, notwendige Investitionen in die Infrastruktur des Landes und den Tarifstreit. mehr

25. Oktober 2017

Hagen Lesch Tariflöhne: Die Industrie prescht vorArrow

Die IG Metall fordert für die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektro-Industrie Lohnsteigerungen von 6 Prozent sowie die Möglichkeit einer reduzierten Vollzeit. Ein Tariflohnvergleich zeigt, dass die M+E-Industrie seit der Jahrtausendwende vielen Branchen davongeeilt ist. mehr auf iwd.de

10. Oktober 2017

Hagen Lesch Reallöhne: Arbeitnehmer im PlusArrow

Dass sich Deutschlands gute Wirtschaftslage nicht in den Geldbeuteln der Arbeitnehmer niederschlage, ist ein oft zu hörender Vorwurf – insbesondere aus dem Gewerkschaftslager. Doch die Zeiten sinkender Reallöhne sind lange vorbei. mehr auf iwd.de