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Mit einem Stundenlohn von 8,50 Euro können Vollzeitarbeitnehmer im Monat etwas mehr als 1.400 Euro brutto erzielen. Der Staat behält davon 85 Euro Einkommensteuer und rund 290 Euro Sozialversicherungsbeiträge ein. Somit bleiben dem Arbeitnehmer rund 1.060 Euro netto übrig. Ein Alleinstehender hat damit gerade so viel, dass er keinen Anspruch auf ergänzende Leistungen des Arbeitslosengeldes II hat.

Anders sieht es bei größeren Haushalten aus: Hier liegt das Arbeitslosengeld II höher als der Verdienst aus der Erwerbstätigkeit zum Mindestlohn – selbst wenn das Kindergeld als zusätzliche Einkommensquelle berücksichtigt wird.

Im Ergebnis könnten also allenfalls vollzeitbeschäftigte Alleinstehende darauf hoffen, dass sie durch den Mindestlohn nicht mehr „aufstocken“ müssen. Das waren zuletzt allerdings nur rund 80.000 Personen. Ihnen bliebe der Gang zum Job-Center aber auch nur dann erspart, wenn der Mindestlohn nicht dazu führt, dass ihr Job komplett verloren geht.

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Interview, 13. März 2017

Holger Schäfer auf mdr.de „Fehlanreize verfestigen Arbeitslosigkeit”Arrow

Die SPD will mehr Arbeitslosen länger ALG I zahlen. Zugleich plant sie einen Rechtsanspruch auf Qualifizierung. Für ALG-II-Empfänger soll das Schonvermögen verdoppelt werden. Der Wirtschaftswissenschaftler Holger Schäfer von Institut der deutschen Wirtschaft Köln sieht die Pläne kritisch. Er warnt, Alimentierung verfestige Arbeitslosigkeit. Außerdem rechnet er mit höheren Kosten als von der SPD veranschlagt. mehr

SPD-Arbeitsmarktprogramm
IW-Nachricht, 6. März 2017

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Die SPD will mit mehr Leistungen für Arbeitslose die Herausforderungen des demographischen Wandels und der Digitalisierung meistern. Doch die vier geplanten Maßnahmen bergen mehr Risiken, als sie Chancen bieten. mehr

Gastbeitrag, 29. Dezember 2016

Christoph Schröder in der Fuldaer Zeitung Mindestlohn belastet den ArbeitsmarktArrow

Zwei Jahre nach der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zieht Christoph Schröder, Experte für Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, in einem Gastbeitrag für die Fuldaer Zeitung eine ernüchternde Bilanz. mehr