Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) müssten pro Jahr etwa 380.000 Wohnungen gebaut werden. Nur dann kommen Wohnungsangebot und -nachfrage wieder überein. Auch die Bundesregierung peilt 375.000 Wohnungen pro Jahr an. Von daher sind die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Baufertigstellungen ernüchternd.

Problematisch ist vor allem die geringe Bautätigkeit in den Großstädten. Nach IW-Berechnungen müssten allein in den 20 größten Städten rund 130.000 Wohnungen pro Jahr entstehen. Beispiel Berlin: Dort wurden 2017 knapp 15.700 Wohnungen gebaut. Dies ist ein Zuwachs um 14,7 Prozent – angesichts eines Baubedarfs von rund 30.000 Wohnungen pro Jahr aber immer noch deutlich zu wenig. Auch in München wurden mit 8.300 Wohnungen nur gut 500 mehr fertiggestellt als im Vorjahr. Der Zuwachs in Hamburg ist ebenfalls gering, dort wurden rund 7.900 Wohnungen gebaut. Benötigt werden in beiden Städten jeweils rund 15.000 Wohnungen pro Jahr. Die Konsequenz dieser Entwicklung: Der Druck auf die Mieten in den Großstädten bleibt weiter hoch.