Die IG Metall hat das Angebot als „Unverschämtheit“ zurückgewiesen und mit massiven Warnstreiks gedroht. Eine solche Konflikteskalation in einem so frühen Stadium wäre unverhältnismäßig, weil mit Forderung und Angebot gerade erst die Suche nach einem für beide Seiten tragfähigen Kompromiss beginnt.

Die Streikdrohung der IG Metall ist auch deshalb voreilig, weil die Arbeitgeber zuletzt in der Tarifrunde des Jahres 2000 zu einem so frühen Zeitpunkt ein Angebot unterbreitet haben. Dies und die Tatsache, dass die Höhe des Angebots schon nahe am kalenderjährlichen Durchschnitt der Abschlüsse seit 2001 – rund 2,8 Prozent – liegt, signalisiert, dass die Arbeitgeber an einer raschen und konfliktfreien Lösung der Tarifrunde interessiert sind. Und: Schon das erste Angebot bedeutet eine Verbesserung der Reallöhne, selbst wenn es auf die Laufzeit von 13 Monaten gerechnet ist. Eine Eskalation des Konfliktes ist derzeit also wenig angebracht.