Metall- und Elektro-Industrie Image
Mehr verteilt als zur Verfügung steht: Seit 2012 addieren sich die Tariflohnabschlüsse auf 14 Prozent. Foto: vm/iStock

Derzeit ist die Inflationsrate weiter niedrig und das gesamtwirtschaftliche Produktivitätswachstum mager. Rein rechnerisch entspricht die angebotene Lohnerhöhung der Summe aus beidem. 2015 stieg die Arbeitsproduktivität um 0,6 Prozent und die Teuerung lag bei 0,3 Prozent. Daran wird sich nach vorliegenden Prognosen im laufenden Jahr auch nicht viel ändern.

Die Arbeitgeber schöpfen mit ihrem Angebot den tatsächlichen Verteilungsspielraum aus. Lohnerhöhungen, die darüber hinausgehen, könnten die Unternehmen kaum auf die Güterpreise abwälzen. 2012, 2014 und 2015 stiegen die Erzeugerpreise um lediglich 0,1 bis 0,6 Prozent, 2013 gingen sie sogar um 0,2 Prozent zurück. Die Ausfuhrpreise legten im letzten Jahr zwar um 2,2 Prozent zu. Dies hängt aber mit der kräftigen Abwertung des Euros zusammen. Dadurch wurden deutsche Exporte in Dollar billiger, was einen vorübergehenden Preiserhöhungsspielraum geschaffen haben dürfte. Dieser verschwindet aber, sobald der Euro nicht weiter abwertet oder sogar wieder aufwertet.

Seit 2012 addieren sich die Tariflohnabschlüsse auf 14 Prozent. Dem stehen ein Produktivitätswachstum von 2,2 und ein Teuerungsanstieg von 4,8 Prozent gegenüber. Demnach wurden 7 Prozent mehr verteilt als eigentlich zur Verfügung stand. Eine solche Tarifpolitik destabilisiert auf Dauer den Flächentarifvertrag und gefährdet Arbeitsplätze. Die geringe Inflation bietet der Gewerkschaft die Möglichkeit, auch mit einem beschäftigungsfreundlichen Tarifabschluss Reallohngewinne zu sichern. Dies sollte die IG Metall nutzen.

Ansprechpartner

23. Juni 2017

Klaus-Heiner Röhl Rund um die Uhr bereitArrow

Durch flexible Produktionsformen laufen Maschinen immer länger, viele Unternehmen fertigen in Mehrschichtsystemen. Damit Unterbrechungen der Produktion vermieden werden, kommt der M+E-Branche Reparatur und Instandhaltung eine besondere Rolle zu: Die Anlagen werden rund um die Uhr gewartet und, wenn nötig, repariert. mehr auf iwd.de

9. Juni 2017

Klaus-Heiner Röhl M+E-Industrie 2016: Nur am Anfang stark Arrow

Die Bilanz der M+E-Industrie für das Jahr 2016 fällt durchwachsen aus. Zwar verzeichnete sie einen Produktionszuwachs von 1,5 Prozent, allerdings konnten die Unternehmen vom wachsenden privaten und öffentlichen Konsum in Deutschland nur bedingt profitieren. Außerdem bremste die politische Unsicherheit die Investitionen. Positiv machte sich unter anderem die weitere Erholung im Euroraum bemerkbar. mehr auf iwd.de

Gewerkschaftsspiegel, 8. Juni 2017

Adam Giza Tarifbindung: Jeder Zweite bekommt TarifentgeltArrow

Zur Schätzung des Anteils tarifgebundener Arbeitnehmer in Deutschland wurde bisher auf das IAB-Betriebspanel und die Verdienststrukturerhebung zurückgegriffen. Mit dem Sozio-oekonomischen Panel steht nun eine dritte Datenbasis zur Verfügung. Danach wurde 2015 knapp jeder zweite Arbeitnehmer nach einem Tarifvertrag bezahlt. mehr