Menschen mit Behinderung Image
Quelle: Photographee.eu – Fotolia

Denn die Arbeitslosenquote von Menschen mit Schwerbehinderung ist noch immer doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Schwerbehinderung. Nach wie vor beschäftigen einige Unternehmen weniger als 5 Prozent schwerbehinderte Mitarbeiter – und das, obwohl Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern eine Ausgleichsabgabe an den Staat zahlen müssen, wenn sie die Quote nicht erfüllen. 2013 lag der Anteil schwerbehinderter Beschäftigter deutschlandweit bei 4,6 Prozent, in der Privatwirtschaft betrug er 4 Prozent.

Allerdings zeigt eine aktuelle Studie des Handelsblatt Research Institute im Auftrag der Aktion Mensch, dass 81 Prozent aller Unternehmen keine Leistungsunterschiede zwischen Fachkräften mit und ohne Behinderung feststellen. 19 Prozent vertreten die Ansicht, dass das Miteinander von Fachkräften mit und ohne Behinderung sogar einen direkten positiven Einfluss auf das Arbeitsumfeld hat. Leitfäden und Informationen zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung oder der Wiedereingliederung von Kollegen nach Krankheit oder Unfall finden Unternehmen unter www.talentplus.de und www.kofa.de. Zuverlässige Informationen sind bei diesem Thema wichtig, denn das Alltagsgeschäft steht insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen klar im Vordergrund. Deshalb ist es für die Entscheidungsträger nicht immer einfach, die Zeit zu finden, einen Arbeitsplatz in Abstimmung mit dem Mitarbeiter barrierefrei zu gestalten.

Mittelfristig ist vor dem Hintergrund der bestehenden Fachkräfteengpässe zudem eine bessere Inklusion von jungen Menschen mit Behinderung in Schule und Ausbildung notwendig. Denn nur so können alle jungen Menschen später erfolgreich in die Arbeitswelt starten. Dafür braucht es Konzepte der Politik, die in Abstimmung mit den Unternehmen entwickelt werden sollten. Ein guter Ansatzpunkt hierfür ist das vom Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit entwickelte Konzept der „Assistierten Ausbildung“. Hier werden Jugendliche bereits vor Beginn und während der gesamten Ausbildung begleitet und die Unternehmen erhalten organisatorische und administrative Unterstützung.

Ansprechpartner

Es gibt keine Krise bei Facharbeitern
IW-Nachricht, 14. Juni 2017

Holger Schäfer Arbeitsmarkt: Es gibt keine Krise bei FacharbeiternArrow

Einer neuen OECD-Studie zufolge ist der Anteil von Arbeitsplätzen mit mittlerer Qualifikation auch in Deutschland stark gesunken. Grund ist die Digitalisierung – dafür steigt die Beschäftigung der Hoch- und Niedrigqualifizierten. Allerdings gibt es für diese These zumindest hierzulande keine Belege. mehr

MINT-Frühjahrsreport 2017
Gutachten, 10. Mai 2017

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke MINT-Frühjahrsreport 2017Arrow

Die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern ist von 2011 - 2014 um 10,6 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung wurde von Zuwanderung, einem höheren Frauenanteil und mehr Älteren begünstigt. Weniger günstig entwickelte sich die Erwerbstätigkeit von beruflich qualifizierten MINT-Fachkräften. mehr

10. Mai 2017

Christina Anger MINT macht’sArrow

Wer naturwissenschaftlich oder technisch ausgebildet ist, hat in Deutschland wesentlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Menschen mit anderen Qualifikationen. Das gilt auch für Zuwanderer. mehr auf iwd.de